21 Jahre nach dem Mord an Hatun Sürücü. Gedenken mit Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann

Circa 60 Personen haben sich am 6. Februar 2026 an der Stelle, an der Hatun Sürücü von ihrem Bruder ermordet wurde, eingefunden, um ihrer und den Frauen, die „Jahr für Jahr […] von Männern getötet“ (Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann bei der Feier) werden, zu gedenken.

Hatun Sürücü wurde vor 21 Jahren getötet, da sie sich für ein selbstbestimmtes Leben entschieden hatte. Ihr Mörder war ihr jüngster Bruder, weil die Männer ihrer Familie so entschieden hatten, denn sie wollten nicht, dass Hatun ihr eigenes Leben führt.

Femizid klar benennen – patriarchale Gewalt sichtbar machen

In seiner Rede fand unser grüner Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann klare und unmissverständliche Worte:

„Hatun Sürücü wurde ermordet, weil sie für etwas einstand, das eigentlich selbstverständlich sein sollte: für Freiheit, für Würde, für das Recht, über das eigene Leben selbst zu entscheiden. […] Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie ist nicht verhandelbar. Nicht kulturell relativierbar. Nicht religiös einschränkbar. Und sie gilt – ohne Ausnahme – für Frauen und Mädchen.“

Femizide werden häufig von Partnern, Ex-Partnern oder männlichen Familienangehörigen begangen. Trotzdem werden sie oft verharmlost – als „Beziehungsdrama“ oder „Familiendrama“. Diese Begriffe verschleiern die Realität.

Häusliche Gewalt ist kein privates Problem. Sie ist kein Beziehungskonflikt und sie ist kein Beziehungsdrama’-Häusliche Gewalt ist in überwältigender Mehrheit männliche Gewalt.”

Hatun Sürücü wurde vor 21 Jahren getötet, da sie sich für ein selbstbestimmtes Leben entschieden hatte. Ihr Mörder war ihr jüngster Bruder, weil die Männer ihrer Familie so entschieden hatten, denn sie wollten nicht, dass Hatun ihr eigenes Leben führt.

Täter müssen gehen – nicht die Frauen

Als Grüne stehen wir für Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und ein Leben frei von Gewalt. Wenn wir es ernst meinen mit Geschlechtergerechtigkeit, müssen wir strukturelle Ursachen benennen und konsequent handeln. Noch immer sind es viel zu häufig die betroffenen Frauen, die ihre Wohnung verlassen müssen, Schutz suchen, ihr Umfeld verlieren. Das darf nicht der Normalfall sein. Jörn Oltmann formulierte es deutlich:

„Wer schlägt, wer seine Partnerin bedroht, wer seinen Kindern Gewalt zumutet, der muss gehen. Nicht die Frau verlässt die Wohnung – der Täter muss gehen! Sofort. Verlässlich. Konsequenz zählt.“

In Deutschland ist der Schutz oft noch zu zögerlich, zu fragmentiert, zu langsam. Das Gewalthilfegesetz war ein wichtiger Schritt nach vorn, aber es darf damit nicht zu Ende sein, forderte auch Jörn Oltmann in seiner Rede.

Wir setzen uns dafür ein, dass Gewaltschutz konsequent umgesetzt wird und Betroffene schnellen Zugang zu Schutz, Beratung und Unterstützung erhalten. Damit Gewalt gegen Frauen endlich der Vergangenheit angehört.