Am Internationalen Holocaust-Gedenktag waren Mitglieder aus unseren Ortsgruppen Schöneberg Nord und Schöneberg Süd, Tempelhof und Friedenau in den Straßen ihrer Nachbarschaft unterwegs, um Stolpersteine zu putzen. Die Messingplatten, zurzeit oft verdeckt von Schneeresten und Streusplitt oder so angelaufen, dass sie auf den Fußwegen schnell übersehen werden, wurden poliert, um aufmerksam zu machen: Hier lebten, arbeiteten und gestalteten Menschen ihren Alltag in Berlin, bevor sie vom Nationalsozialismus verfolgt, aus ihren Häusern vertrieben, deportiert und umgebracht wurden.
Teil der kleinen Gruppen, die sich weder von spiegelglatten Straßen noch Minusgraden abhalten ließen, waren Bezirksverordnete Martina Zander-Rade, Klimaschutzexperte Christoph Störmer und Sebastian Walter, MdA. Die drei kandidieren für einen Sitz im Abgeordnetenhaus bei der Wahl am 20. September. „Ohne Erinnern gibt es keine Zukunft“, stellt Sebastian, Direktkandidat für Schöneberg Nord, beim Stolpersteineputzen rund um den Nollendorfplatz klar.
Martina sieht das Reinigen der Messingsteine als „Zeichen des bewussten Erinnerns an die Menschen, die hier gelebt, gelitten und ihr Leben verloren haben.“ Über 950 Steine allein in Schöneberg stehen für diese Schicksale. „Wir halten ihre Namen und ihre Geschichten im öffentlichen Raum sichtbar und übernehmen Verantwortung für das Erinnern“, ergänzt die Direktkandidatin für Schöneberg Süd beim Aufstellen einer Kerze neben zwei Stolpersteinen in der Innsbrucker Straße. „Gerade heute ist dieses stille Gedenken ein unverzichtbarer Teil unserer demokratischen Kultur.“ So sieht es auch Christoph, der als Direktkandidat für Friedenau mit seiner Ortsgruppe unterwegs war: „Stolpersteine zu putzen bedeutet, die Vergangenheit sichtbar zu halten und zu mahnen: Jeder dieser Namen steht für ein Leben, das in Friedenau gelebt und gewaltsam beendet wurde, und für unsere Verantwortung, dass so etwas nie wieder passiert.“
Am 8. Mai und am 9. November werden wir uns wieder in verschiedenen Ortsteilen von Tempelhof-Schöneberg aufmachen, um Stolpersteine zu putzen. Jede*r ist herzlich eingeladen, mitzumachen! Für weitere Informationen wendet Euch bitte an Eure jeweilige Ortsgruppe oder das Kiezbüro.
Foto: Tali Schmal