Saubere Zukunft Made in Europe

Christiane Heiß. (Foto: Bertram von Boxberg).

Die Berliner Luft enthält zu viele Stickoxide (NOx). Dies ist Symptom der Überlastung des Berliner Verkehrssystems. Nur die Stärkung von ÖPNV, Rad- und Fußverkehr kann dies lösen. Europäische Gesetze zum Schutz der Gesundheit spielen hierbei eine treibende Rolle für die lokale Politik, denn einheitliche Grenzwerte verpflichten alle europäischen Städte, die Gesundheit der Bürger*innen als auch die Umwelt zu schützen.

Stickstoffdioxid (NO2) schädigt die Lunge und schwächt die Gesundheit. Die EU-Grenzwerte für NO2 von 40µg/m³ im Jahresmittel entsprechen dem Stand des umweltmedizinischen Wissens. Als Vorsorgewert schützt dieser Wert auch Kinder, Senior*innen und Menschen mit geschwächter Gesundheit.

Insofern sind Zweifel an der Gültigkeit schlicht Unfug, sie zeigen aber, dass die bundesdeutsche Verkehrspolitik viel zu lang auf die Abgasnachbehandlung gesetzt hat. In über 100 Städten in Deutschland kann der technische Umweltschutz Made in Germany nicht hinreichend schützen, wenn gleichzeitig die Gesamtmenge an Fahrzeugen steigt. Wir brauchen deshalb die wirkungsbasierten Grenzwerte der EU als verbindliche Vorgaben.

Tempo 30 auf der Hauptstraße und dem Tempelhofer Damm markieren den Anfang der Verkehrswende bei uns. Die Entschleunigung nutzt spürbar. Erste Dankesbriefe sind bei mir angekommen, weil es leiser ist und leichter, die Straße zu überqueren.

 

Christiane Heiß, B‘90/GRÜNE

Bezirksstadträtin für Bürgerdienste, Ordnungsamt, Verkehr und Grünflächen

 

Verwandte Artikel