8. Gemeinsam lernen in angemessenen Räumen – nur dann ist Bildung auch gerecht

Wir wollen die bestmögliche Bildung für alle Kinder und Jugendlichen von der Kita über die Schule bis zur Ausbildung oder zum Studium. Ein qualitativ gutes Ganztagsangebot kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Die skandinavischen Länder haben gezeigt, dass die Ganztagsschule diesem Grundsatz am besten gerecht werden kann. Wir haben in Tempelhof-Schöneberg das Bundesprogramm zum Ausbau von Ganztagsschulen konsequent vorangetrieben und sind somit der Bezirk mit dem höchsten Ganztagsschulangebot Berlins. Die Kooperation mit den Freien Trägern ist hierbei ein Erfolgsmodell, das wir dort, wo es die Gemeinschaft will, ausweiten wollen.

Immer noch richten sich in Berlin oftmals die Bildungschancen nach Herkunft und sozialem Status aus. Deshalb braucht es ein ganzheitliches Gesamtkonzept für die Betroffenen, das die einzelnen Einrichtungen, Angebote und Hilfeleistungen miteinander verbindet und koordiniert. Wir setzen dabei auf das Prinzip der Sozialraumorientierung. Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe, dem Gesundheitsdienst sowie dem Quartiersmanagement muss intensiviert werden und sich an den jeweiligen konkreten Problemen und Bedürfnissen vor Ort ausrichten.

Gute Bildungseinrichtungen können es schaffen, unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht, Behinderung oder sozialem Status, in jedem Kind die Neugier, die Lust am Lernen und den Entdeckergeist zu wecken. Kinder mit und ohne Behinderungen, Kinder unterschiedlicher kultureller und sozialer Herkunft müssen gemeinsam lernen und individuell gefördert werden. Individuell fördern heißt dabei nicht nur, sich um die Schwachen zu kümmern, auch den Starken müssen anspruchsvolle Angebote gemacht werden, um sie optimal und nach ihren Begabungen zu fördern.