Ob es um unsere Schulen, Kultureinrichtungen oder Sportanlagen geht: Alle Menschen in unserem Bezirk sollen in einem Umfeld leben, das attraktiv ist, niemanden ausschließt und dazu einlädt, sich am öffentlichen Leben zu beteiligen. Unser Ziel: Wir möchten die Jugendarbeit verstetigen, unsere Schulen zukunftsfest machen und unsere Sportflächen sichern. Unseren Kindern und Jugendlichen wollen wir die bestmögliche Bildung vermitteln. Dafür brauchen wir gut ausgestattete Schulen und ausreichend Schulplätze in allen Ortsteilen. Kulturelle Angebote und Orte der Wissensvermittlung wollen wir den Menschen überall im Bezirk zur Verfügung stellen. Die Menschen in Tempelhof benötigen außerdem eine moderne Infrastruktur, die ihnen ohne Barrieren die Teilhabe am sozialen und politischen Leben ermöglicht. Öffentliche Gebäude wollen wir modernisieren, damit sie künftig allen Menschen offenstehen. Und nicht zuletzt ehren wir das Ehrenamt: Die Ehrenamtlichen in Tempelhof-Schöneberg leisten unverzichtbare Arbeit für unser Gemeinwohl – wir werden sie dabei unterstützen.
Unsere Ziele:
- Wir schaffen Beteiligungsmöglichkeiten und soziale Räume für Kinder und Jugendliche.
- Wir sanieren Schulen und sichern Schulplätze für ein gutes Lernen im Bezirk.
- Wir modernisieren öffentliche Gebäude und Sportanlagen und sorgen für eine gerechte Sportstättenvergabe.
- Wir finanzieren Kultur- und Bildungsorte auskömmlich und stärken die Erinnerungs- und Gedenkkultur.
- Wir unterstützen das Ehrenamt und stärken den Zusammenhalt für eine lebendige Gemeinschaft.
4.1 MEHR RAUM FÜR KINDER UND JUGENDLICHE
Für eine zielgenauere kommunale Jugendhilfe benötigt unser Bezirk dringend einen Jugendhilfeplan. Grundsätze, die die Entscheidungsfindung im Jugendamt erleichtern, sind in Zeiten knapper Kassen wichtiger denn je. Wir werden deshalb weiterhin auf die zügige Aufstellung eines Jugendhilfeplans drängen.
Vor dem Hintergrund zunehmender queerfeindlicher Angriffe sind Rückzugsräume für queere Jugendliche wichtiger denn je. Dank unserer Beharrlichkeit wurde in Tempelhof ein queeres Jugendzentrum etabliert. Damit erreichen wir weit über den Süden unseres Bezirks hinaus Jugendliche aus ganz Berlin und machen ihnen ein Angebot.
Unsere Jugendeinrichtungen brauchen moderne Gebäude, in denen man sich gerne aufhält. Nach Jahrzehnten des Sparens ist die Bausubstanz unserer Jugendeinrichtungen allerdings stark angegriffen. Zudem fehlen uns für die Jugendarbeit noch immer bezirkseigene Räume, die unabhängig vom Mietenmarkt sind. Auch dank unseres Engagements wurden mit dem Lortzingclub in Lichtenrade und der Friedenauer Burg als erster Schritt zwei sanierungsbedürftige Jugendclubs in die Investitionsplanung aufgenommen. Dennoch existiert noch immer kein Sanierungsprogramm auf Landesebene. Der „Boseclub“ in Tempelhof erhält weniger Geld und in der Prioritätensetzung des Bezirks sind die Jugendfreizeiteinrichtungen weiter nach unten gerutscht. Dieser Entwicklung stellen wir uns gemeinsam mit unseren Abgeordneten auf der Landesebene entgegen. Auch die Finanzierung des Kindercircus‘ in der UfaFabrik wurde durch die Sparpolitik der Senatsverwaltung gestrichen. Dank unserer Politik was es uns möglich, den Circus durch Überschüsse aus der Parkraumbewirtschaftung kurzfristig für 2025 zu retten. Langfristig muss die Finanzierung aber wieder vom Land übernommen werden. Hierfür setzen wie uns ein.
Damit „Potse“ und „Drugstore“ endlich wieder eine Heimat bekommen, unterstützen wir nach wie vor den Bau des lange geforderten „Hauses der Jugend“. Dabei ist uns der Dialog mit den Anwohner*innen wichtig. Darum werden wir den Lärmschutz sehr ernst nehmen und Perspektiven für gemeinsame Formate erarbeiten.
Durch den Rückgang der Geburtenrate leidet Tempelhof-Schöneberg mittlerweile nicht mehr unter einem Mangel an Kita-Plätzen. Bei weniger Einnahmen hat sich der Sanierungsbedarf an Kita-Immobilien gleichzeitig drastisch erhöht. Wir werden uns dafür stark machen, den Betrieb unserer kommunalen Kitas zu sichern und auf eine solide finanzielle Grundlage zu stellen.
Spätestens seit der Corona-Krise leiden Kinder und Jugendliche zunehmend unter Einsamkeit. Um für junge Menschen zusätzliche Begegnungsorte zu schaffen, setzen wir uns deshalb weiterhin für den Ausbau kostenfreier Spiel- und Sportmöglichkeiten ein, insbesondere im Süden des Bezirks. Unter Federführung unserer Grünen Stadträtin haben wir deshalb in Lichtenrade zwei neue Spielplätze errichtet. Weitere Spielplätze sind in Planung. Des Weiteren leiden Kinder und Jugendliche immer mehr an mentalen und psychischen Problemen, im Bezirk sollen deswegen Beratungs- und Unterstützungsangebote ausgebaut und gefördert werden. Des Weiteren setzt sich dieser für eine Stärkung von Sozialarbeiter*innen an allen Schulen ein, sowie einer Sensibilisierung von Lehrkräften.
Um am öffentlichen Leben teilnehmen zu können, benötigen Jugendliche außerdem zusätzliche Beteiligungsmöglichkeiten. Neben dem großartigen Kinder- und Jugendparlament fordern wir deshalb weitere Beteiligungsformate, die einen Austausch verschiedener Altersgruppen und deren Beteiligung am Gemeinwesen ermöglichen. Wir werden deshalb prüfen, ob wir für unseren Bezirk ein selbst verwaltetes Jugendbudget verwirklichen können. Darüber hinaus setzen wir uns für weitere Beteiligungsformate ein. Kinder und Jugendliche sollen noch stärker mitsprechen und mehr bindende Entscheidungen treffen können.
Des Weiteren möchten wir die Möglichkeiten unseres Kinder- und Jugendparlaments erweitern, indem äquivalent zum Jugendhilfeausschuss ein beratendes Mitglied für den Schulausschuss vorschlagen werden kann. Ein niederschwelliges Teilnahmeangebot für Kinder und Jugendliche kann durch quotierte Schulnominierungen und Öffnung der Sitzungen für alle Kinder und Jugendlichen unabhängig von Nominierungen erfolgen. Die Umsetzung der Nominierungen durch Kinder- und Jugendeinrichtungen wollen wir verbessern, damit alle Teile unseres Bezirks bestens vertreten sind. Selbstwirksamkeit der Teilnehmer*innen am Kinder- und Jugendparlament ist uns besonders wichtig. Deshalb unterstützen und stärken wir weiterhin die Autonomie und Entscheidungsfähigkeit des Kinder- und Jugendparlaments.
4.2 Die beste Schule für alle – gerecht, inklusiv, zukunftsfest
Tempelhof-Schöneberg soll ein Bezirk sein, in dem jedes Kind unabhängig von Herkunft und Lebenslage gleiche Chancen auf hochwertige Bildung erhält. Schulen sind nicht nur Lernorte, sondern soziale Räume, in denen Vielfalt geschützt, Sicherheit gewährleistet und demokratische Teilhabe erlebt wird.
Dazu braucht es ein verlässliches Schulmonitoring, das Bedarfe frühzeitig erkennt und vorausschauende Planung ermöglicht. Schulplätze müssen wohnortnah und bedarfsgerecht zur Verfügung stehen, ohne zulässige Klassengrößen zu überschreiten. Aufnahmeverfahren sind transparent und effizient zu gestalten, inklusive verbindlicher Beratung und frühzeitiger Vergabe der Schulplätze.
Die Qualität schulischer Bildung hängt auch von den baulichen Rahmenbedingungen ab. Sanierung und Modernisierung der Schulgebäude bleiben zentrale Aufgaben. Bauprozesse sollen den Unterricht möglichst wenig beeinträchtigen und geeignete Ausweichstandorte bereitstehen. Angesichts der Klimakrise gewinnen energetische Maßnahmen und Klimaanpassung sowie die Entsiegelung an Bedeutung. Der Ausbau von Photovoltaik, die Verbesserung des Raumklimas und die Begrünung von Schulhöfen als Beitrag zur Vegetations- und Gewässerinfrastruktur sind wesentliche Bausteine. Die Reinigungssituation an Schulen ist weiterhin unbefriedigend, besonders bei den Toiletten. Wir setzen uns für die Rekommunalisierung ein, um verlässliche Qualitätsstandards sicherzustellen.
Ein zukunftsfähiges Bildungssystem ist inklusiv. Statt Selektion braucht es Strukturen für gemeinsames Lernen und individuelle Förderung. Gemeinschaftsschulen leisten hierzu einen wichtigen Beitrag. Die Friedenauer Gemeinschaftsschule ist ein etabliertes Vorzeigeprojekt. Die Johanna-Eck-Schule und die Mascha-Kaléko-Schule wollen wir weiterentwickeln. Ein zusätzlicher Standort, etwa an der Halker Zeile in Lichtenrade, soll das Angebot im Süden ergänzen.
Die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ist handlungsleitend. Eine bedarfsgerechte Ressourcensteuerung, multiprofessionelle Teams, ausreichend Schulhelfer*innen und verlässliche sonderpädagogische Förderung stellen sicher, dass Unterstützung dort ankommt, wo sie benötigt wird. Schulstationen leisten einen wichtigen Beitrag, indem sie niedrigschwellig beraten und frühzeitig intervenieren. Deshalb setzen wir uns für ihren Erhalt und ihre personelle Absicherung ein. Zugleich wollen wir die Kooperation zwischen Kitas und Schulen sowie die Vernetzung mit Jugendfreizeiteinrichtungen stärken, damit Bildungsverbünde zur Regel werden.
Auch für neu zugewanderte und geflüchtete Kinder gilt: Bildungsgerechtigkeit entsteht durch Teilhabe von Anfang an. Dafür braucht es eine schnelle Aufnahme in den Regelunterricht, ergänzt durch systematische Sprachförderung und individuelle Unterstützung. Willkommensklassen in Außenstellen staatlicher Schulen, die ausschließlich von Geflüchteten besucht werden, dürfen nur eine befristete Notlösung sein, solange Schulen in erreichbarer Nähe keinen Platz haben. In diesen Fällen sind besondere Anstrengungen zur Integration erforderlich. Separierende Beschulungen wollen wir schnellstmöglich beenden.
Demokratische Kompetenzen entwickeln sich durch Mitwirkung. Deshalb stärken wir Beteiligungsformate wie den Schüler*innen-Haushalt und setzen auf verbindliche Mitbestimmung. Ein ausgewogenes, regionales und biologisches Schulessen stärkt das Wohlbefinden. Schüler*innen sollen wieder an Verkostungen teilnehmen und bei der Auswahl der Caterer mitentscheiden.
Außerschulische Lernorte ergänzen schulische Bildung um praxisnahe Erfahrungsräume. Die Gartenarbeitsschule vermittelt ökologische Zusammenhänge und nachhaltiges Handeln und ist ein wichtiger Baustein der Umweltbildung. Ihre finanzielle und personelle Absicherung sowie die Weiterentwicklung der Angebote wollen wir sichern. Auch die Jugendverkehrsschule ist Teil moderner Bildungsinfrastruktur. Sie fördert sichere Teilnahme am Straßenverkehr und eigenständige Mobilität. Die Standorte am Sachsendamm und in Mariendorf sollen dauerhaft gesichert und im Süden des Bezirks ausgebaut werden.
Die Rahmenbedingungen für den Schwimmunterricht müssen verbessert werden, insbesondere durch mehr Schwimmzeiten, qualifiziertes Personal und eine verlässliche Organisation der Wege. Schulwegsicherheit ist dabei ebenso zentral. Schulstraßen tragen zur sicheren Gestaltung des Verkehrsraums bei, das Modellprojekt an der Bruno-H.-Bürgel-Schule wollen wir verstetigen. Auch die Digitalisierung der Schulen treiben wir weiter voran – mit verlässlicher IT-Betreuung, modernen Endgeräten sowie Weiterbildungsangeboten für Lehrkräfte, Eltern und Schüler*innen.
4.3 BEZIRKLICHE GEBÄUDE FÜR DIE ZUKUNFT FIT MACHEN
Tempelhof-Schöneberg verfügt über zahlreiche Schulen, Verwaltungsgebäude und weitere öffentliche Liegenschaften. Deren Entwicklung wollen wir konsequent an den Zielen der Klimaneutralität, der sozialen Gerechtigkeit und der Barrierefreiheit ausrichten. Ebenso berücksichtigen wir die Funktion öffentlicher Gebäude als Schutzraum und Anlaufstelle im Katastrophenfall.
Bei der Nutzung erneuerbarer Energien muss das Bezirksamt seiner Vorbildfunktion gerecht werden. Neben dem weiteren Ausbau von Photovoltaik, idealerweise in Kombination mit Gründächern und Stromspeichern, ist dafür die Umstellung der Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien ein wichtiger Baustein. Unter Berücksichtigung der Ende Juni feststehenden kommunalen Wärmeplanung nutzen wir für bezirkseigenen Liegenschaften ohne Fernwärmeanschluss gezielt vorhandene Wärmequellen wie Abwärme aus Abwasser und Rechenzentren oder Erdwärme. Besonders in Hinblick auf heißer werdende Sommer können dabei sogenannte Kalte Nahwärmenetze eine entscheidende Rolle spielen, welche zum Kühlen und Heizen eingesetzt werden können. Zur Initierung und Koordination von Nahwärmenetzen und effizienten Quartierskonzepten stellen wir Personal für Wärmewendemanagement ein und sichern die Finanzierung dazu auf Landesebene ab. Um den Aufbau von Wärmenetzen zu ermöglichen, werden wir bezirkliche Liegenschaften als Ankerkunden oder bei geeigneten Wärmequellen auch als Produzenten einbringen. Gemeinwohlorientierte Initiativen, Vereine und Genossenschaften, die im Bereich Wärmewende aktiv sind, wie z. B. der Quartiersrat Schöneberger Norden oder die Bürgerinitiative Wärmewende Friedenau, unterstützen wir aktiv, um effiziente Lösungen für eine bezahlbare und klimaneutrale Wärmewende voran zu bringen.
Konflikte mit dem Denkmalschutz lösen wir konstruktiv, damit die Unabhähigkeit von fossilen Energien und die Bewahrung unserer historischen Bausubstanz im Einklang stehen – denn auch denkmalgeschützte Gebäude sollen ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Wir fordern beispielsweise seit Jahren die Priorisierung von energetischen Sanierungsmaßnahmen und die Verbesserung der Barrierefreiheit im Rathaus Schöneberg. Erfreulicherweise hat der Senat dieses Jahr endlich Mittel in Höhe von 147 Millionen Euro für die Sanierung eingeplant und wir werden die Umsetzung kritisch begleiten.
Unsere Bürgerämter, Bibliotheken und Sporthallen müssen fit werden für die Herausforderungen des Klimawandels. Viele Liegenschaften sind allerdings marode und verursachen hohe Energieverbräuche. Der Bezirk wird seine Sanierungsprogramme deshalb fortsetzen und die Vorgaben des bezirklichen Klimaanpassungskonzepts konsequent durchsetzen. Energetische Sanierungen senken nicht nur dauerhaft Kosten, sondern verbessern auch das Raumklima. Man lernt und arbeitet besser, wenn man nicht friert oder in der Hitze zergeht. Bei Neubauten und Sanierungen werden wir durch Begrünung, ein intelligentes Regenwassermanagement, verbindliche Entsiegelungsquoten und Verschattung den Hitzeschutz voranbringen. Gegenüber dem Senat werden wir darauf drängen, die dafür notwendigen Mittel verlässlich bereitzustellen.
In Tempelhof-Schöneberg sind bebaubare Flächen ein seltenes und wertvolles Gut. Wir setzen uns deshalb für eine zukunftsorientierte Liegenschaftspolitik ein, die öffentliche Flächen langfristig sichert und verantwortungsvoll entwickelt. Das strategische Flächenmanagement, das Bau- und Nutzungspotenziale bislang ungenutzter Flächen ermitteln soll, werden wir stärken.
Bei Neu- und Umbauten müssen Rampen, Aufzüge, verständliche Wegeführung, gute Erreichbarkeit und inklusive Nutzbarkeit für alle Menschen von Anfang an mitgedacht werden. Um allen Menschen selbstbestimmte Teilhabe zu ermöglichen, werden wir uns weiterhin dafür einsetzen, dass Rampen, Hörschleifen sowie taktile und visuelle Orientierungssysteme den Zugang zu bezirklichen Einrichtungen erleichtern. Um insbesondere älteren oder mobilitätseingeschränkten Menschen den Weg zu Bürgerämtern zu ermöglichen, wollen wir die von uns schon lange geforderten mobilen Bürgerämter insbesondere im Süden des Bezirks endlich umsetzen.
4.4 SPORTFLÄCHEN AUSBAUEN – SPORT UND BEWEGUNG FÜR ALLE ERMÖGLICHEN
Sport und Bewegung fördern die Gesundheit und bringen Menschen zusammen. Unser vorrangiges Ziel ist es deshalb, bestehende Sportflächen zu sichern und auszubauen. Leider fehlen uns in allen Teilen unseres Bezirks die notwendigen Flächen. Neue Sportflächen lassen sich nur schwer erschließen. Viele bestehende Sportanlagen sind außerdem sehr marode. Die meisten Sportstätten sind zudem für Menschen mit Einschränkungen kaum nutzbar. Zudem reichen die Landesmittel zur Sanierung unserer Sportanlagen bei weitem nicht aus, um den Investitionsbedarf abzubauen. Unserem Grünflächenamt ist es dennoch in Rekordzeit gelungen, die Kunstrasenplätze in der Markgrafenstraße, im Volkspark Mariendorf und in der Halker Zeile in Lichtenrade zu sanieren. Und es wurden zusätzliche kostenlose Sportanlagen im öffentlichen Raum geschaffen wie die erfolgreichen Calisthenics-Anlagen entlang der Grünzüge im Bezirk.
Für eine schnellere Sanierung unserer Sportanlagen werden wir das Bezirksamt weiterhin auffordern, sich konsequenter auf Bundesmittel aus der „Sportmilliarde“ zu bewerben. Landesmittel („SSP-Mittel“) sind so einzusetzen, dass sie allen Teilen unseres Bezirks gleichermaßen zugutekommen. Um Vereinen dringend benötigte Räume zur Verfügung zu stellen, werden wir verstärkt Containerlösungen einfordern.
Die Vergabe unserer Sportstätten muss niedrigschwellig, geschlechtergerecht und transparent vonstattengehen. Trotz unserer Forderungen können die Bezirke jedoch noch immer nicht flächendeckend auf die digitale Sportflächenvergabe zurückgreifen. Damit das Bezirksamt interessierte Bürger*innen umfassend über die Sportangebote im Bezirk informieren kann, wollen wir die Ressourcen des Bewegungskoordinators erweitern.
Dank unserer Initiative investiert das Bezirksamt jährlich mindestens 100.000 Euro in die Barrierefreiheit unserer Sportanlagen. Den Abbau von Barrieren an unseren Sportstätten werden wir weiterhin konsequent einfordern. Darüber hinaus setzen wir uns für mindestens zwei komplett inklusive Sportanlagen und zusätzliche barrierefreie Sportflächen im öffentlichen Raum ein.
Auch die fehlende Geschlechtergerechtigkeit in der Sportförderung und in der Sportstättenvergabe ist noch immer ein Problem. Um den Mädchen- und Frauensport sichtbarer zu machen, haben wir den Mädchen- und Frauensportpreis ins Leben gerufen. Auch das jährliche Mädchensportfest ist durch unser Engagement entstanden. Um zusätzliche Bewegungsangebote machen zu können, werden wir gemeinsam mit geeigneten sozialen Trägern geschlechtergerechte Formate entwickeln.
Die bauliche Situation der Bäder in Tempelhof-Schöneberg ist ein Desaster. Das Stadtbad Schöneberg wird gerade saniert und ist deshalb nicht nutzbar. Für die Sanierung des ebenfalls geschlossenen Kombibads in Mariendorf existiert noch immer kein seriöses Finanzierungskonzept. Die beiden derzeit geöffneten Bäder in der Götzstraße und am Sachsendamm sind extrem marode und bieten nur wenige Stunden Schwimmzeit pro Woche für die Öffentlichkeit an. Das regelmäßige Schul- und Vereinsschwimmern sowie das mittlerweile eingerichtete Schulschwimmzentrum ist dadurch massiv gefährdet. Gemeinsam mit unseren Mandatsträger*innen auf Landesebene werden wir uns entschieden für die dringend notwendige Erneuerung unserer Infrastruktur einsetzen.
4.5 KULTURELLE ANGEBOTE FÜR DEN GANZEN BEZIRK
Kultur ist das Herz unseres lebendigen Bezirks – sie verleiht unseren Kiezen ihre Einzigartigkeit, verbindet, inspiriert und schafft Gemeinschaft. Unsere öffentlichen Bibliotheken, Musikschulen, Volkshochschulen, Museen, Gedenkstätten, Kunstwerke, Parks, Gärten, Galerien und Theater sind Orte der Begegnung und des Austauschs. Wir stärken sie als lebendige Räume für alle, denn Kultur gestalten wir alle zusammen. Wir setzen uns dafür ein, die kulturelle Infrastruktur auskömmlich zu finanzieren, zu stabilisieren und auszuweiten, um eine flächendeckende Versorgung mit kommunalen Kultureinrichtungen zu erreichen. Dabei setzen wir uns für Kulturangebote für alle Altersgruppen, unabhängig von Herkunft, Religion, Sprache, Geschlecht oder finanziellen Möglichkeiten, ein – mit einem Schwerpunkt auf Kindern und Älteren. Barrierefreie Zugänge und die Möglichkeit für alle mitzuwirken, sind unersetzlich für eine demokratische Gesellschaft.
Um die möglichen, vielfältigen Nutzungen des größten Kulturortes im Bezirk, des ehemaligen Flughafen Tempelhof, fast 20 Jahre nach seiner Schließung realisieren zu können, setzen wir uns für eine Stärkung der technischen Infrastruktur und Professionalisierung des Managements ein. Wir versprechen uns davon eine deutliche Reduzierung der Kosten und höhere Frequenz der Nutzung. Auch hier legen wir Wert auf barrierefreien und kostengünstigen Zugang.
Die Alte Mälzerei in Lichtenrade ist ein Leuchtturmprojekt für Kulturpolitik in Tempelhof-Schöneberg, für das wir uns seit Jahren eingesetzt haben. Seit seiner Neueröffnung als Kulturzentrum finden sich in dem Industrie-Denkmal eine Bibliothek, ein Kindermuseum sowie Räume für die Leo-Kestenberg-Musikschule und für die Volkshochschule samt einer Lehrküche für Ernährungsbildung. Die Alte Mälzerei zieht nicht nur Menschen aus Lichtenrade an, sondern strahlt auch über den Bezirk hinaus aus und ist ein wichtiger Treffpunkt für Bildung, Kultur und Gemeinschaft im Süden Berlins. Mit der „Neuen Mitte Tempelhof“ wollen wir auch in Tempelhof einen attraktiven Kulturort mit einer neuen Bibliothek, einer kommunalen Galerie und Räumen für die Volkshochschule schaffen.
Darüber hinaus wollen wir die Bibliotheken im Bezirk gezielt als Dritte Orte stärken, sie mit modernen Medien und Angeboten für alle Altersklassen ausstatten, um sie zu noch lebendigeren Treffpunkten und Räumen des gemeinsamen Lernens und Gesprächs zu machen. Wir verstehen Bibliotheken als niedrigschwellige und inklusive Kulturorte, welche mehr bieten als die Möglichkeit, Bücher auszuleihen. Die Stadtteilbibliotheken sind Horte der kulturellen Daseinsvorsorge, Orte der Kommunikation, Bildung und Informationsbereitstellung, ohne Konsumzwang. In den Bibliotheken wird unser kulturelles Erbe bewahrt, gepflegt und gelebt. Hier werden neueste Technologien zugänglich gemacht und auch Dinge verliehen, seien es Werkzeuge oder Festausstattungen. Bibliotheken sind Aktivposten im Kampf gegen Einsamkeit im Winter warm, im Sommer kühl und generationenübegreifende „Safe Spaces“. 2021 musste die Gertrude-Kolmar-Bibliothek ihre Räumlichkeiten in der Sophie-Scholl-Schule aufgeben und hat bis heute keinen neuen Standort gefunden. Wir setzen uns weiterhin aktiv für einen neuen Standort ein, damit der Bezirk diesen wichtigen Lern- und Bildungsort baldmöglichst zurückerhält.
Die vielfältigen und günstigen Angebote der Volkshochschule leisten einen unverzichtbaren Beitrag zu kultureller Teilhabe, integrieren Neuberliner*innen, vermitteln Medienkompetenz und stehen für lebenslanges Lernen. Wir setzen uns dafür ein, dass ihre Programme weiter ausgebaut werden können und nicht eingeschränkt werden müssen. Den Lehrenden der Volkshochschule werden wir Anstellungsangebote machen, niemand soll genötigt werden, als Selbstständige*r zu arbeiten.
Die vielfältigen Angebote der Volkshochschule leisten einen wichtigen Beitrag zu kultureller Teilhabe, sozialer Integration und lebenslangem Lernen. Wir setzen uns dafür ein, dass ihre Programme weiter ausgebaut werden können und nicht eingeschränkt werden müssen.
Die Musikschule und die Jugendkunstschule sind zentrale Orte kultureller Bildung im Bezirk. Ihr vielfältiges Angebot ermöglicht Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen den Zugang zu Musik und Kunst. Sie bieten Räume zum kreativen Ausprobieren und zur künstlerischen Entfaltung, weitgehend unabhängig vom Geldbeutel. Wir setzen uns für eine gesicherte Finanzierung, ausreichend Räume, eine gute Ausstattung und verlässliche Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte ein, damit ihr Angebot weiter wachsen kann. Auch aufgrund unseres Engagements wurden auf Landesebene mehr Mittel bereitgestellt, um wenigstens ein Viertel der zuvor freiberuflich tätigen Lehrkräfte an Musikschulen fest anzustellen. Wir setzen uns beim Senat für die zügige Festanstellung weiterer Lehrkräfte an Musik- und Kunstschulen ein. Scheinselbstständigkeit wird es in bezirklichen Institutionen mit uns nicht geben.
Die freie Kulturszene ist eine der großen Stärken Tempelhof-Schönebergs. Wir wollen freie Kulturschaffende finanziell und räumlich bestmöglich unterstützen. Bezirkliche Förderprogramme sollen erhalten, nach Möglichkeit ausgebaut und stärker bekannt gemacht werden. Gleichzeitig wollen wir bezahlbare Räume für kulturelle Produktion und Präsentation sichern. Ateliers, Studios, Proberäume und Werkstätten, Galerien und Bühnen sind unverzichtbar für ein lebendiges Kulturleben. Nicht zuletzt durch unser Engagement konnten wir vor einigen Jahren das Kulturhaus Schöneberg mit vielen Kulturräumen in der Kyffhäuserstraße etablieren. Daran werden wir anschließen, indem, wo möglich, kostengünstige oder kostenfreie Räume für kulturelle Initiativen und Akteur*innen zur Verfügung gestellt werden.
Kultur lebt auch von Veranstaltungen im Kiez. Deshalb setzen wir uns für die Förderung von Kiezkultur und lokalen Veranstaltungen ein. Das jährliche Kultursommerfest des Amts für Kultur soll weiter bestehen und als Treffpunkt für Kulturschaffende, Nachbarschaft und zum direkten Austausch erhalten bleiben.
Wir unterstützen die Fête de la Musique Berlin, Straßenfeste, Atelierrundgänge und Fensterkonzerte.
Wir Bündnis 90/DIE GRÜNEN stehen zu unserem Wort.
Nach wie vor wollen wir das ehemalige Straßenbahndepot in der Belziger Straße zu einem sozialen und kulturellen Standort mit einem Schwerpunkt auf Kindern und Jugendlichen entwickeln. Die Menschen aus der Umgebung benötigen dringend Räume für Kultur und Begegnung. Die Pläne des Senats, den Standort bis 2030 als Parkfläche für konfiszierte Fahrzeuge zu nutzen und perspektivisch zu einem Blaulicht-Museum umzubauen, lehnen wir ab. Wir wollen das Depot bis zur endgültigen Entscheidung über die Zukunft des Standorts für soziale und kulturelle Zwischennutzungen öffnen.
Viele kulturell genutzte Immobilien im Bezirk sind stark sanierungsbedürftig, z.B. das Haus am Kleistpark. Gemeinsam mit unseren Grünen Mitgliedern des Abgeordnetenhauses werden wir dafür eintreten, dass das Haus endlich beim Senat priorisiert und barrierefrei umgebaut wird. Wir kämpfen dafür, dass damit ein wichtiger kommunaler Kulturort in unserem Bezirk für wirklich alle Menschen zugänglich sein wird.
Wir werden sicherstellen, dass der Betrieb des Haus‘ am Kleistpark unterbrechungsfrei weiterläuft und weder durch private noch öffentliche Bau- und Sanierungstätigkeiten Lücken entstehen.
4.6 ERINNERUNGSKULTUR WACHHALTEN FÜR EIN VIELFÄLTIGES ERINNERN
Wir Bündnisgrünen setzen uns für eine vielfältige Erinnerungskultur ein. Nur so ist es uns möglich, Verantwortung für die Gegenwart zu übernehmen. In unserem Bezirk gibt es jedoch noch immer viel zu wenige Erinnerungsorte an die Kolonialzeit. Das wollen wir ändern. Im Haus am Kleistpark und im Tempelhof-Museum gab es bereits Ausstellungen zur kolonialen Vergangenheit unseres Bezirks. Daran werden wir anknüpfen und weitere koloniale Erinnerungsorte im Bezirk identifizieren und sichtbar machen, um die kritische Auseinandersetzung mit unserer kolonialen Vergangenheit zu ermöglichen– etwa am Kleistpark als Ort der sogenannten „Botanischen Zentralstelle für die Deutschen Kolonien“ oder in Friedenau im Zusammenhang mit der Kolonialausstellung und der Völkerschau DAMUKA 1907. Zu einer konsequenten Erinnerungskultur gehört auch der kritische Umgang mit Straßennamen und Ortsbezeichnungen im öffentlichen Raum. Straßennamen und Orte, die Kolonialherren oder Personen mit kolonialer beziehungsweise nationalsozialistischer Verstrickung ehren, haben in unserem Bezirk keinen Platz. Dazu zählen beispielsweise der Simpsonweg oder der Franckepark. Wir setzen uns deshalb für ihre Überprüfung und schrittweise Umbenennung ein. Stattdessen sollen Persönlichkeiten sichtbar gemacht werden, die sich für Demokratie, Menschenrechte und gesellschaftliche Vielfalt eingesetzt haben oder einsetzen. Bis zu einer Umbenennung sollen erklärende Informationsschilder die historischen Hintergründe der Namensgebung transparent machen.
Die Erinnerung an die nationalsozialistische Gewaltherrschaft bleibt uns stets Verpflichtung. Die Geschichte der Kori Ofenfabrik in Schöneberg, in der Öfen für KZ-Krematorien und das Euthanasie-Programm der Nazis hergestellt wurden, darf deshalb nicht in Vergessenheit geraten. Auf unsere Initiative hat der Bezirk ein Forschungsprojekt zu dem Thema in die Wege geleitet. Darüber hinaus werden wir uns für einen Mahn- und Erinnerungsort am ehemaligen Standort der Fabrik einsetzen. Ein lebendiges Gedenken braucht aktive Beteiligung. Deshalb wollen wir Schulen in Tempelhof-Schöneberg dabei unterstützen, Verantwortung für die Stolpersteine in ihrem Umfeld zu übernehmen und sich regelmäßig an deren Pflege zu beteiligen. So wird Erinnerungskultur im Alltag verankert und historisches Lernen unmittelbar erfahrbar gemacht.
Als „Grenzbezirk“ werden wir außerdem die Erinnerung an die DDR-Geschichte und die Teilung unserer Stadt wachhalten und sichtbarer machen. Die Lückenschließung des Mauerradwegs bei Lichtenrade war ein erster Erfolg, um die Verbundenheit unseres Bezirks mit der deutsch-deutschen Geschichte zu verdeutlichen. Wir kümmern uns auch weiterhin um den Mauerweg, bspw. für eine bessere Ausschilderung. Daran werden wir anknüpfen, indem wir weitere erinnerungskulturelle Initiativen unterstützen.
4.7 EHRENAMT UNTERSTÜTZEN UND SICHTBAR MACHEN
Ehrenamt ist das Rückgrat unseres Zusammenlebens in Tempelhof-Schöneberg. Tausende Menschen engagieren sich Tag für Tag in Vereinen, Initiativen, Nachbarschaften und sozialen Projekten – sie halten unseren Bezirk lebendig, solidarisch und vielfältig. Zivilgesellschaftliches Engagement macht unsere Demokratie wehrhaft, indem sie Teilhabe an politischen Prozessen ermöglicht und so gegen Polarisierung wirkt. Dieses Engagement wollen wir stärken, unterstützen und sichtbar machen. Wir haben uns für das Ehrenamtsbüro stark gemacht, sodass es seit vielen Jahren hervorragende Arbeit leistet: Es berät, vernetzt und begleitet zahlreiche ehrenamtlich Aktive und Initiativen im Bezirk.
Mit der Verleihung der Ehrenamtskarten in verschiedenen Kategorien würdigen wir Menschen, die sich in besonderer Weise für das Gemeinwohl einsetzen. Darüber hinaus zeichnet der Bezirk Persönlichkeiten mit der Verdienstmedaille aus – der höchsten Auszeichnung unseres Bezirks – für langjähriges und herausragendes ehrenamtliches Engagement. Mit der jährlichen Ehrenamtsbörse schaffen wir zudem einen wichtigen Treffpunkt für Austausch, Vernetzung und Sichtbarkeit der vielen Vereine, Verbände und Initiativen, die Tempelhof-Schöneberg so besonders machen.
Einsamkeit stellt in urbanen Räumen wie in Tempelhof-Schöneberg ein wachsendes Risiko dar. Einsamkeit beeinflusst soziale Teilhabe, psychische und körperliche Gesundheit, aber auch Arbeitsmarktchancen nachhaltig. Einsamkeit ist ein Querschnittsthema in der Gesellschaft, bürgerschaftliches Engagement trägt nachweislich insbesondere zur Stärkung sozialer Netzwerke bei, fördert Zugehörigkeit und schützt langfristig vor sozialer Isolation.
Engagement schafft Begegnung, stärkt Selbstwirksamkeit und verbindet Menschen über unterschiedliche Lebenslagen, Generationen und Herkunft hinweg, genau dort wo Einsamkeit überwunden werden kann. Im Rahmen der bezirklichen Initiative „Engagiert gegen Einsamkeit“ wurden bereits erste Maßnahmen zur Einsamkeitsbewältigung und -prävention umgesetzt, darunter der Aufbau eines kommunalen Netzwerkes gegen Einsamkeit.
Tempelhof-Schöneberg hat 2025 erstmals den „Gemeinschaftspreis des Bezirksbürgermeisters zur Würdigung von Engagement gegen Einsamkeit“ verliehen. Als erster Berliner Bezirk setzt Tempelhof-Schöneberg damit ein deutliches Zeichen im Kampf gegen Einsamkeit.
Weitere Fachtagungen zum Thema Einsamkeit, das neue Veranstaltungsformat „Lange Tafeln gegen Einsamkeit“ in den einzelnen Regionen und eine Kampagne „Wir sind die Nachbarschaft“ werden wir zur Aktivierung nachbarschaftlichen Zusammenhalts gegen Einsamkeit voranbringen.
Die Zukunft unseres Bezirks gestalten wir alle gemeinsam!
Kapitel 4 – Unser lebenswerter Bezirk
Ob es um unsere Schulen, Kultureinrichtungen oder Sportanlagen geht: Alle Menschen in unserem Bezirk sollen in einem Umfeld leben, das attraktiv ist, niemanden ausschließt und dazu einlädt, sich am öffentlichen Leben zu beteiligen. Unser Ziel: Wir möchten die Jugendarbeit verstetigen, unsere Schulen zukunftsfest machen und unsere Sportflächen sichern. Unseren Kindern und Jugendlichen wollen wir die bestmögliche Bildung vermitteln. Dafür brauchen wir gut ausgestattete Schulen und ausreichend Schulplätze in allen Ortsteilen. Kulturelle Angebote und Orte der Wissensvermittlung wollen wir den Menschen überall im Bezirk zur Verfügung stellen. Die Menschen in Tempelhof benötigen außerdem eine moderne Infrastruktur, die ihnen ohne Barrieren die Teilhabe am sozialen und politischen Leben ermöglicht. Öffentliche Gebäude wollen wir modernisieren, damit sie künftig allen Menschen offenstehen. Und nicht zuletzt ehren wir das Ehrenamt: Die Ehrenamtlichen in Tempelhof-Schöneberg leisten unverzichtbare Arbeit für unser Gemeinwohl – wir werden sie dabei unterstützen.
Unsere Ziele:
- Wir schaffen Beteiligungsmöglichkeiten und soziale Räume für Kinder und Jugendliche.
- Wir sanieren Schulen und sichern Schulplätze für ein gutes Lernen im Bezirk.
- Wir modernisieren öffentliche Gebäude und Sportanlagen und sorgen für eine gerechte Sportstättenvergabe.
- Wir finanzieren Kultur- und Bildungsorte auskömmlich und stärken die Erinnerungs- und Gedenkkultur.
- Wir unterstützen das Ehrenamt und stärken den Zusammenhalt für eine lebendige Gemeinschaft.
4.1 MEHR RAUM FÜR KINDER UND JUGENDLICHE
Für eine zielgenauere kommunale Jugendhilfe benötigt unser Bezirk dringend einen Jugendhilfeplan. Grundsätze, die die Entscheidungsfindung im Jugendamt erleichtern, sind in Zeiten knapper Kassen wichtiger denn je. Wir werden deshalb weiterhin auf die zügige Aufstellung eines Jugendhilfeplans drängen.
Vor dem Hintergrund zunehmender queerfeindlicher Angriffe sind Rückzugsräume für queere Jugendliche wichtiger denn je. Dank unserer Beharrlichkeit wurde in Tempelhof ein queeres Jugendzentrum etabliert. Damit erreichen wir weit über den Süden unseres Bezirks hinaus Jugendliche aus ganz Berlin und machen ihnen ein Angebot.
Unsere Jugendeinrichtungen brauchen moderne Gebäude, in denen man sich gerne aufhält. Nach Jahrzehnten des Sparens ist die Bausubstanz unserer Jugendeinrichtungen allerdings stark angegriffen. Zudem fehlen uns für die Jugendarbeit noch immer bezirkseigene Räume, die unabhängig vom Mietenmarkt sind. Auch dank unseres Engagements wurden mit dem Lortzingclub in Lichtenrade und der Friedenauer Burg als erster Schritt zwei sanierungsbedürftige Jugendclubs in die Investitionsplanung aufgenommen. Dennoch existiert noch immer kein Sanierungsprogramm auf Landesebene. Der „Boseclub“ in Tempelhof erhält weniger Geld und in der Prioritätensetzung des Bezirks sind die Jugendfreizeiteinrichtungen weiter nach unten gerutscht. Dieser Entwicklung stellen wir uns gemeinsam mit unseren Abgeordneten auf der Landesebene entgegen. Auch die Finanzierung des Kindercircus‘ in der UfaFabrik wurde durch die Sparpolitik der Senatsverwaltung gestrichen. Dank unserer Politik was es uns möglich, den Circus durch Überschüsse aus der Parkraumbewirtschaftung kurzfristig für 2025 zu retten. Langfristig muss die Finanzierung aber wieder vom Land übernommen werden. Hierfür setzen wie uns ein.
Damit „Potse“ und „Drugstore“ endlich wieder eine Heimat bekommen, unterstützen wir nach wie vor den Bau des lange geforderten „Hauses der Jugend“. Dabei ist uns der Dialog mit den Anwohner*innen wichtig. Darum werden wir den Lärmschutz sehr ernst nehmen und Perspektiven für gemeinsame Formate erarbeiten.
Durch den Rückgang der Geburtenrate leidet Tempelhof-Schöneberg mittlerweile nicht mehr unter einem Mangel an Kita-Plätzen. Bei weniger Einnahmen hat sich der Sanierungsbedarf an Kita-Immobilien gleichzeitig drastisch erhöht. Wir werden uns dafür stark machen, den Betrieb unserer kommunalen Kitas zu sichern und auf eine solide finanzielle Grundlage zu stellen.
Spätestens seit der Corona-Krise leiden Kinder und Jugendliche zunehmend unter Einsamkeit. Um für junge Menschen zusätzliche Begegnungsorte zu schaffen, setzen wir uns deshalb weiterhin für den Ausbau kostenfreier Spiel- und Sportmöglichkeiten ein, insbesondere im Süden des Bezirks. Unter Federführung unserer Grünen Stadträtin haben wir deshalb in Lichtenrade zwei neue Spielplätze errichtet. Weitere Spielplätze sind in Planung. Des Weiteren leiden Kinder und Jugendliche immer mehr an mentalen und psychischen Problemen, im Bezirk sollen deswegen Beratungs- und Unterstützungsangebote ausgebaut und gefördert werden. Des Weiteren setzt sich dieser für eine Stärkung von Sozialarbeiter*innen an allen Schulen ein, sowie einer Sensibilisierung von Lehrkräften.
Um am öffentlichen Leben teilnehmen zu können, benötigen Jugendliche außerdem zusätzliche Beteiligungsmöglichkeiten. Neben dem großartigen Kinder- und Jugendparlament fordern wir deshalb weitere Beteiligungsformate, die einen Austausch verschiedener Altersgruppen und deren Beteiligung am Gemeinwesen ermöglichen. Wir werden deshalb prüfen, ob wir für unseren Bezirk ein selbst verwaltetes Jugendbudget verwirklichen können. Darüber hinaus setzen wir uns für weitere Beteiligungsformate ein. Kinder und Jugendliche sollen noch stärker mitsprechen und mehr bindende Entscheidungen treffen können.
Des Weiteren möchten wir die Möglichkeiten unseres Kinder- und Jugendparlaments erweitern, indem äquivalent zum Jugendhilfeausschuss ein beratendes Mitglied für den Schulausschuss vorschlagen werden kann. Ein niederschwelliges Teilnahmeangebot für Kinder und Jugendliche kann durch quotierte Schulnominierungen und Öffnung der Sitzungen für alle Kinder und Jugendlichen unabhängig von Nominierungen erfolgen. Die Umsetzung der Nominierungen durch Kinder- und Jugendeinrichtungen wollen wir verbessern, damit alle Teile unseres Bezirks bestens vertreten sind. Selbstwirksamkeit der Teilnehmer*innen am Kinder- und Jugendparlament ist uns besonders wichtig. Deshalb unterstützen und stärken wir weiterhin die Autonomie und Entscheidungsfähigkeit des Kinder- und Jugendparlaments.
4.2 Die beste Schule für alle – gerecht, inklusiv, zukunftsfest
Tempelhof-Schöneberg soll ein Bezirk sein, in dem jedes Kind unabhängig von Herkunft und Lebenslage gleiche Chancen auf hochwertige Bildung erhält. Schulen sind nicht nur Lernorte, sondern soziale Räume, in denen Vielfalt geschützt, Sicherheit gewährleistet und demokratische Teilhabe erlebt wird.
Dazu braucht es ein verlässliches Schulmonitoring, das Bedarfe frühzeitig erkennt und vorausschauende Planung ermöglicht. Schulplätze müssen wohnortnah und bedarfsgerecht zur Verfügung stehen, ohne zulässige Klassengrößen zu überschreiten. Aufnahmeverfahren sind transparent und effizient zu gestalten, inklusive verbindlicher Beratung und frühzeitiger Vergabe der Schulplätze.
Die Qualität schulischer Bildung hängt auch von den baulichen Rahmenbedingungen ab. Sanierung und Modernisierung der Schulgebäude bleiben zentrale Aufgaben. Bauprozesse sollen den Unterricht möglichst wenig beeinträchtigen und geeignete Ausweichstandorte bereitstehen. Angesichts der Klimakrise gewinnen energetische Maßnahmen und Klimaanpassung sowie die Entsiegelung an Bedeutung. Der Ausbau von Photovoltaik, die Verbesserung des Raumklimas und die Begrünung von Schulhöfen als Beitrag zur Vegetations- und Gewässerinfrastruktur sind wesentliche Bausteine. Die Reinigungssituation an Schulen ist weiterhin unbefriedigend, besonders bei den Toiletten. Wir setzen uns für die Rekommunalisierung ein, um verlässliche Qualitätsstandards sicherzustellen.
Ein zukunftsfähiges Bildungssystem ist inklusiv. Statt Selektion braucht es Strukturen für gemeinsames Lernen und individuelle Förderung. Gemeinschaftsschulen leisten hierzu einen wichtigen Beitrag. Die Friedenauer Gemeinschaftsschule ist ein etabliertes Vorzeigeprojekt. Die Johanna-Eck-Schule und die Mascha-Kaléko-Schule wollen wir weiterentwickeln. Ein zusätzlicher Standort, etwa an der Halker Zeile in Lichtenrade, soll das Angebot im Süden ergänzen.
Die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ist handlungsleitend. Eine bedarfsgerechte Ressourcensteuerung, multiprofessionelle Teams, ausreichend Schulhelfer*innen und verlässliche sonderpädagogische Förderung stellen sicher, dass Unterstützung dort ankommt, wo sie benötigt wird. Schulstationen leisten einen wichtigen Beitrag, indem sie niedrigschwellig beraten und frühzeitig intervenieren. Deshalb setzen wir uns für ihren Erhalt und ihre personelle Absicherung ein. Zugleich wollen wir die Kooperation zwischen Kitas und Schulen sowie die Vernetzung mit Jugendfreizeiteinrichtungen stärken, damit Bildungsverbünde zur Regel werden.
Auch für neu zugewanderte und geflüchtete Kinder gilt: Bildungsgerechtigkeit entsteht durch Teilhabe von Anfang an. Dafür braucht es eine schnelle Aufnahme in den Regelunterricht, ergänzt durch systematische Sprachförderung und individuelle Unterstützung. Willkommensklassen in Außenstellen staatlicher Schulen, die ausschließlich von Geflüchteten besucht werden, dürfen nur eine befristete Notlösung sein, solange Schulen in erreichbarer Nähe keinen Platz haben. In diesen Fällen sind besondere Anstrengungen zur Integration erforderlich. Separierende Beschulungen wollen wir schnellstmöglich beenden.
Demokratische Kompetenzen entwickeln sich durch Mitwirkung. Deshalb stärken wir Beteiligungsformate wie den Schüler*innen-Haushalt und setzen auf verbindliche Mitbestimmung. Ein ausgewogenes, regionales und biologisches Schulessen stärkt das Wohlbefinden. Schüler*innen sollen wieder an Verkostungen teilnehmen und bei der Auswahl der Caterer mitentscheiden.
Außerschulische Lernorte ergänzen schulische Bildung um praxisnahe Erfahrungsräume. Die Gartenarbeitsschule vermittelt ökologische Zusammenhänge und nachhaltiges Handeln und ist ein wichtiger Baustein der Umweltbildung. Ihre finanzielle und personelle Absicherung sowie die Weiterentwicklung der Angebote wollen wir sichern. Auch die Jugendverkehrsschule ist Teil moderner Bildungsinfrastruktur. Sie fördert sichere Teilnahme am Straßenverkehr und eigenständige Mobilität. Die Standorte am Sachsendamm und in Mariendorf sollen dauerhaft gesichert und im Süden des Bezirks ausgebaut werden.
Die Rahmenbedingungen für den Schwimmunterricht müssen verbessert werden, insbesondere durch mehr Schwimmzeiten, qualifiziertes Personal und eine verlässliche Organisation der Wege. Schulwegsicherheit ist dabei ebenso zentral. Schulstraßen tragen zur sicheren Gestaltung des Verkehrsraums bei, das Modellprojekt an der Bruno-H.-Bürgel-Schule wollen wir verstetigen. Auch die Digitalisierung der Schulen treiben wir weiter voran – mit verlässlicher IT-Betreuung, modernen Endgeräten sowie Weiterbildungsangeboten für Lehrkräfte, Eltern und Schüler*innen.
4.3 BEZIRKLICHE GEBÄUDE FÜR DIE ZUKUNFT FIT MACHEN
Tempelhof-Schöneberg verfügt über zahlreiche Schulen, Verwaltungsgebäude und weitere öffentliche Liegenschaften. Deren Entwicklung wollen wir konsequent an den Zielen der Klimaneutralität, der sozialen Gerechtigkeit und der Barrierefreiheit ausrichten. Ebenso berücksichtigen wir die Funktion öffentlicher Gebäude als Schutzraum und Anlaufstelle im Katastrophenfall.
Bei der Nutzung erneuerbarer Energien muss das Bezirksamt seiner Vorbildfunktion gerecht werden. Neben dem weiteren Ausbau von Photovoltaik, idealerweise in Kombination mit Gründächern und Stromspeichern, ist dafür die Umstellung der Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien ein wichtiger Baustein. Unter Berücksichtigung der Ende Juni feststehenden kommunalen Wärmeplanung nutzen wir für bezirkseigenen Liegenschaften ohne Fernwärmeanschluss gezielt vorhandene Wärmequellen wie Abwärme aus Abwasser und Rechenzentren oder Erdwärme. Besonders in Hinblick auf heißer werdende Sommer können dabei sogenannte Kalte Nahwärmenetze eine entscheidende Rolle spielen, welche zum Kühlen und Heizen eingesetzt werden können. Zur Initierung und Koordination von Nahwärmenetzen und effizienten Quartierskonzepten stellen wir Personal für Wärmewendemanagement ein und sichern die Finanzierung dazu auf Landesebene ab. Um den Aufbau von Wärmenetzen zu ermöglichen, werden wir bezirkliche Liegenschaften als Ankerkunden oder bei geeigneten Wärmequellen auch als Produzenten einbringen. Gemeinwohlorientierte Initiativen, Vereine und Genossenschaften, die im Bereich Wärmewende aktiv sind, wie z. B. der Quartiersrat Schöneberger Norden oder die Bürgerinitiative Wärmewende Friedenau, unterstützen wir aktiv, um effiziente Lösungen für eine bezahlbare und klimaneutrale Wärmewende voran zu bringen.
Konflikte mit dem Denkmalschutz lösen wir konstruktiv, damit die Unabhähigkeit von fossilen Energien und die Bewahrung unserer historischen Bausubstanz im Einklang stehen – denn auch denkmalgeschützte Gebäude sollen ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Wir fordern beispielsweise seit Jahren die Priorisierung von energetischen Sanierungsmaßnahmen und die Verbesserung der Barrierefreiheit im Rathaus Schöneberg. Erfreulicherweise hat der Senat dieses Jahr endlich Mittel in Höhe von 147 Millionen Euro für die Sanierung eingeplant und wir werden die Umsetzung kritisch begleiten.
Unsere Bürgerämter, Bibliotheken und Sporthallen müssen fit werden für die Herausforderungen des Klimawandels. Viele Liegenschaften sind allerdings marode und verursachen hohe Energieverbräuche. Der Bezirk wird seine Sanierungsprogramme deshalb fortsetzen und die Vorgaben des bezirklichen Klimaanpassungskonzepts konsequent durchsetzen. Energetische Sanierungen senken nicht nur dauerhaft Kosten, sondern verbessern auch das Raumklima. Man lernt und arbeitet besser, wenn man nicht friert oder in der Hitze zergeht. Bei Neubauten und Sanierungen werden wir durch Begrünung, ein intelligentes Regenwassermanagement, verbindliche Entsiegelungsquoten und Verschattung den Hitzeschutz voranbringen. Gegenüber dem Senat werden wir darauf drängen, die dafür notwendigen Mittel verlässlich bereitzustellen.
In Tempelhof-Schöneberg sind bebaubare Flächen ein seltenes und wertvolles Gut. Wir setzen uns deshalb für eine zukunftsorientierte Liegenschaftspolitik ein, die öffentliche Flächen langfristig sichert und verantwortungsvoll entwickelt. Das strategische Flächenmanagement, das Bau- und Nutzungspotenziale bislang ungenutzter Flächen ermitteln soll, werden wir stärken.
Bei Neu- und Umbauten müssen Rampen, Aufzüge, verständliche Wegeführung, gute Erreichbarkeit und inklusive Nutzbarkeit für alle Menschen von Anfang an mitgedacht werden. Um allen Menschen selbstbestimmte Teilhabe zu ermöglichen, werden wir uns weiterhin dafür einsetzen, dass Rampen, Hörschleifen sowie taktile und visuelle Orientierungssysteme den Zugang zu bezirklichen Einrichtungen erleichtern. Um insbesondere älteren oder mobilitätseingeschränkten Menschen den Weg zu Bürgerämtern zu ermöglichen, wollen wir die von uns schon lange geforderten mobilen Bürgerämter insbesondere im Süden des Bezirks endlich umsetzen.
4.4 SPORTFLÄCHEN AUSBAUEN – SPORT UND BEWEGUNG FÜR ALLE ERMÖGLICHEN
Sport und Bewegung fördern die Gesundheit und bringen Menschen zusammen. Unser vorrangiges Ziel ist es deshalb, bestehende Sportflächen zu sichern und auszubauen. Leider fehlen uns in allen Teilen unseres Bezirks die notwendigen Flächen. Neue Sportflächen lassen sich nur schwer erschließen. Viele bestehende Sportanlagen sind außerdem sehr marode. Die meisten Sportstätten sind zudem für Menschen mit Einschränkungen kaum nutzbar. Zudem reichen die Landesmittel zur Sanierung unserer Sportanlagen bei weitem nicht aus, um den Investitionsbedarf abzubauen. Unserem Grünflächenamt ist es dennoch in Rekordzeit gelungen, die Kunstrasenplätze in der Markgrafenstraße, im Volkspark Mariendorf und in der Halker Zeile in Lichtenrade zu sanieren. Und es wurden zusätzliche kostenlose Sportanlagen im öffentlichen Raum geschaffen wie die erfolgreichen Calisthenics-Anlagen entlang der Grünzüge im Bezirk.
Für eine schnellere Sanierung unserer Sportanlagen werden wir das Bezirksamt weiterhin auffordern, sich konsequenter auf Bundesmittel aus der „Sportmilliarde“ zu bewerben. Landesmittel („SSP-Mittel“) sind so einzusetzen, dass sie allen Teilen unseres Bezirks gleichermaßen zugutekommen. Um Vereinen dringend benötigte Räume zur Verfügung zu stellen, werden wir verstärkt Containerlösungen einfordern.
Die Vergabe unserer Sportstätten muss niedrigschwellig, geschlechtergerecht und transparent vonstattengehen. Trotz unserer Forderungen können die Bezirke jedoch noch immer nicht flächendeckend auf die digitale Sportflächenvergabe zurückgreifen. Damit das Bezirksamt interessierte Bürger*innen umfassend über die Sportangebote im Bezirk informieren kann, wollen wir die Ressourcen des Bewegungskoordinators erweitern.
Dank unserer Initiative investiert das Bezirksamt jährlich mindestens 100.000 Euro in die Barrierefreiheit unserer Sportanlagen. Den Abbau von Barrieren an unseren Sportstätten werden wir weiterhin konsequent einfordern. Darüber hinaus setzen wir uns für mindestens zwei komplett inklusive Sportanlagen und zusätzliche barrierefreie Sportflächen im öffentlichen Raum ein.
Auch die fehlende Geschlechtergerechtigkeit in der Sportförderung und in der Sportstättenvergabe ist noch immer ein Problem. Um den Mädchen- und Frauensport sichtbarer zu machen, haben wir den Mädchen- und Frauensportpreis ins Leben gerufen. Auch das jährliche Mädchensportfest ist durch unser Engagement entstanden. Um zusätzliche Bewegungsangebote machen zu können, werden wir gemeinsam mit geeigneten sozialen Trägern geschlechtergerechte Formate entwickeln.
Die bauliche Situation der Bäder in Tempelhof-Schöneberg ist ein Desaster. Das Stadtbad Schöneberg wird gerade saniert und ist deshalb nicht nutzbar. Für die Sanierung des ebenfalls geschlossenen Kombibads in Mariendorf existiert noch immer kein seriöses Finanzierungskonzept. Die beiden derzeit geöffneten Bäder in der Götzstraße und am Sachsendamm sind extrem marode und bieten nur wenige Stunden Schwimmzeit pro Woche für die Öffentlichkeit an. Das regelmäßige Schul- und Vereinsschwimmern sowie das mittlerweile eingerichtete Schulschwimmzentrum ist dadurch massiv gefährdet. Gemeinsam mit unseren Mandatsträger*innen auf Landesebene werden wir uns entschieden für die dringend notwendige Erneuerung unserer Infrastruktur einsetzen.
4.5 KULTURELLE ANGEBOTE FÜR DEN GANZEN BEZIRK
Kultur ist das Herz unseres lebendigen Bezirks – sie verleiht unseren Kiezen ihre Einzigartigkeit, verbindet, inspiriert und schafft Gemeinschaft. Unsere öffentlichen Bibliotheken, Musikschulen, Volkshochschulen, Museen, Gedenkstätten, Kunstwerke, Parks, Gärten, Galerien und Theater sind Orte der Begegnung und des Austauschs. Wir stärken sie als lebendige Räume für alle, denn Kultur gestalten wir alle zusammen. Wir setzen uns dafür ein, die kulturelle Infrastruktur auskömmlich zu finanzieren, zu stabilisieren und auszuweiten, um eine flächendeckende Versorgung mit kommunalen Kultureinrichtungen zu erreichen. Dabei setzen wir uns für Kulturangebote für alle Altersgruppen, unabhängig von Herkunft, Religion, Sprache, Geschlecht oder finanziellen Möglichkeiten, ein – mit einem Schwerpunkt auf Kindern und Älteren. Barrierefreie Zugänge und die Möglichkeit für alle mitzuwirken, sind unersetzlich für eine demokratische Gesellschaft.
Um die möglichen, vielfältigen Nutzungen des größten Kulturortes im Bezirk, des ehemaligen Flughafen Tempelhof, fast 20 Jahre nach seiner Schließung realisieren zu können, setzen wir uns für eine Stärkung der technischen Infrastruktur und Professionalisierung des Managements ein. Wir versprechen uns davon eine deutliche Reduzierung der Kosten und höhere Frequenz der Nutzung. Auch hier legen wir Wert auf barrierefreien und kostengünstigen Zugang.
Die Alte Mälzerei in Lichtenrade ist ein Leuchtturmprojekt für Kulturpolitik in Tempelhof-Schöneberg, für das wir uns seit Jahren eingesetzt haben. Seit seiner Neueröffnung als Kulturzentrum finden sich in dem Industrie-Denkmal eine Bibliothek, ein Kindermuseum sowie Räume für die Leo-Kestenberg-Musikschule und für die Volkshochschule samt einer Lehrküche für Ernährungsbildung. Die Alte Mälzerei zieht nicht nur Menschen aus Lichtenrade an, sondern strahlt auch über den Bezirk hinaus aus und ist ein wichtiger Treffpunkt für Bildung, Kultur und Gemeinschaft im Süden Berlins. Mit der „Neuen Mitte Tempelhof“ wollen wir auch in Tempelhof einen attraktiven Kulturort mit einer neuen Bibliothek, einer kommunalen Galerie und Räumen für die Volkshochschule schaffen.
Darüber hinaus wollen wir die Bibliotheken im Bezirk gezielt als Dritte Orte stärken, sie mit modernen Medien und Angeboten für alle Altersklassen ausstatten, um sie zu noch lebendigeren Treffpunkten und Räumen des gemeinsamen Lernens und Gesprächs zu machen. Wir verstehen Bibliotheken als niedrigschwellige und inklusive Kulturorte, welche mehr bieten als die Möglichkeit, Bücher auszuleihen. Die Stadtteilbibliotheken sind Horte der kulturellen Daseinsvorsorge, Orte der Kommunikation, Bildung und Informationsbereitstellung, ohne Konsumzwang. In den Bibliotheken wird unser kulturelles Erbe bewahrt, gepflegt und gelebt. Hier werden neueste Technologien zugänglich gemacht und auch Dinge verliehen, seien es Werkzeuge oder Festausstattungen. Bibliotheken sind Aktivposten im Kampf gegen Einsamkeit im Winter warm, im Sommer kühl und generationenübegreifende „Safe Spaces“. 2021 musste die Gertrude-Kolmar-Bibliothek ihre Räumlichkeiten in der Sophie-Scholl-Schule aufgeben und hat bis heute keinen neuen Standort gefunden. Wir setzen uns weiterhin aktiv für einen neuen Standort ein, damit der Bezirk diesen wichtigen Lern- und Bildungsort baldmöglichst zurückerhält.
Die vielfältigen und günstigen Angebote der Volkshochschule leisten einen unverzichtbaren Beitrag zu kultureller Teilhabe, integrieren Neuberliner*innen, vermitteln Medienkompetenz und stehen für lebenslanges Lernen. Wir setzen uns dafür ein, dass ihre Programme weiter ausgebaut werden können und nicht eingeschränkt werden müssen. Den Lehrenden der Volkshochschule werden wir Anstellungsangebote machen, niemand soll genötigt werden, als Selbstständige*r zu arbeiten.
Die vielfältigen Angebote der Volkshochschule leisten einen wichtigen Beitrag zu kultureller Teilhabe, sozialer Integration und lebenslangem Lernen. Wir setzen uns dafür ein, dass ihre Programme weiter ausgebaut werden können und nicht eingeschränkt werden müssen.
Die Musikschule und die Jugendkunstschule sind zentrale Orte kultureller Bildung im Bezirk. Ihr vielfältiges Angebot ermöglicht Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen den Zugang zu Musik und Kunst. Sie bieten Räume zum kreativen Ausprobieren und zur künstlerischen Entfaltung, weitgehend unabhängig vom Geldbeutel. Wir setzen uns für eine gesicherte Finanzierung, ausreichend Räume, eine gute Ausstattung und verlässliche Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte ein, damit ihr Angebot weiter wachsen kann. Auch aufgrund unseres Engagements wurden auf Landesebene mehr Mittel bereitgestellt, um wenigstens ein Viertel der zuvor freiberuflich tätigen Lehrkräfte an Musikschulen fest anzustellen. Wir setzen uns beim Senat für die zügige Festanstellung weiterer Lehrkräfte an Musik- und Kunstschulen ein. Scheinselbstständigkeit wird es in bezirklichen Institutionen mit uns nicht geben.
Die freie Kulturszene ist eine der großen Stärken Tempelhof-Schönebergs. Wir wollen freie Kulturschaffende finanziell und räumlich bestmöglich unterstützen. Bezirkliche Förderprogramme sollen erhalten, nach Möglichkeit ausgebaut und stärker bekannt gemacht werden. Gleichzeitig wollen wir bezahlbare Räume für kulturelle Produktion und Präsentation sichern. Ateliers, Studios, Proberäume und Werkstätten, Galerien und Bühnen sind unverzichtbar für ein lebendiges Kulturleben. Nicht zuletzt durch unser Engagement konnten wir vor einigen Jahren das Kulturhaus Schöneberg mit vielen Kulturräumen in der Kyffhäuserstraße etablieren. Daran werden wir anschließen, indem, wo möglich, kostengünstige oder kostenfreie Räume für kulturelle Initiativen und Akteur*innen zur Verfügung gestellt werden.
Kultur lebt auch von Veranstaltungen im Kiez. Deshalb setzen wir uns für die Förderung von Kiezkultur und lokalen Veranstaltungen ein. Das jährliche Kultursommerfest des Amts für Kultur soll weiter bestehen und als Treffpunkt für Kulturschaffende, Nachbarschaft und zum direkten Austausch erhalten bleiben.
Wir unterstützen die Fête de la Musique Berlin, Straßenfeste, Atelierrundgänge und Fensterkonzerte.
Wir Bündnis 90/DIE GRÜNEN stehen zu unserem Wort.
Nach wie vor wollen wir das ehemalige Straßenbahndepot in der Belziger Straße zu einem sozialen und kulturellen Standort mit einem Schwerpunkt auf Kindern und Jugendlichen entwickeln. Die Menschen aus der Umgebung benötigen dringend Räume für Kultur und Begegnung. Die Pläne des Senats, den Standort bis 2030 als Parkfläche für konfiszierte Fahrzeuge zu nutzen und perspektivisch zu einem Blaulicht-Museum umzubauen, lehnen wir ab. Wir wollen das Depot bis zur endgültigen Entscheidung über die Zukunft des Standorts für soziale und kulturelle Zwischennutzungen öffnen.
Viele kulturell genutzte Immobilien im Bezirk sind stark sanierungsbedürftig, z.B. das Haus am Kleistpark. Gemeinsam mit unseren Grünen Mitgliedern des Abgeordnetenhauses werden wir dafür eintreten, dass das Haus endlich beim Senat priorisiert und barrierefrei umgebaut wird. Wir kämpfen dafür, dass damit ein wichtiger kommunaler Kulturort in unserem Bezirk für wirklich alle Menschen zugänglich sein wird.
Wir werden sicherstellen, dass der Betrieb des Haus‘ am Kleistpark unterbrechungsfrei weiterläuft und weder durch private noch öffentliche Bau- und Sanierungstätigkeiten Lücken entstehen.
4.6 ERINNERUNGSKULTUR WACHHALTEN FÜR EIN VIELFÄLTIGES ERINNERN
Wir Bündnisgrünen setzen uns für eine vielfältige Erinnerungskultur ein. Nur so ist es uns möglich, Verantwortung für die Gegenwart zu übernehmen. In unserem Bezirk gibt es jedoch noch immer viel zu wenige Erinnerungsorte an die Kolonialzeit. Das wollen wir ändern. Im Haus am Kleistpark und im Tempelhof-Museum gab es bereits Ausstellungen zur kolonialen Vergangenheit unseres Bezirks. Daran werden wir anknüpfen und weitere koloniale Erinnerungsorte im Bezirk identifizieren und sichtbar machen, um die kritische Auseinandersetzung mit unserer kolonialen Vergangenheit zu ermöglichen– etwa am Kleistpark als Ort der sogenannten „Botanischen Zentralstelle für die Deutschen Kolonien“ oder in Friedenau im Zusammenhang mit der Kolonialausstellung und der Völkerschau DAMUKA 1907. Zu einer konsequenten Erinnerungskultur gehört auch der kritische Umgang mit Straßennamen und Ortsbezeichnungen im öffentlichen Raum. Straßennamen und Orte, die Kolonialherren oder Personen mit kolonialer beziehungsweise nationalsozialistischer Verstrickung ehren, haben in unserem Bezirk keinen Platz. Dazu zählen beispielsweise der Simpsonweg oder der Franckepark. Wir setzen uns deshalb für ihre Überprüfung und schrittweise Umbenennung ein. Stattdessen sollen Persönlichkeiten sichtbar gemacht werden, die sich für Demokratie, Menschenrechte und gesellschaftliche Vielfalt eingesetzt haben oder einsetzen. Bis zu einer Umbenennung sollen erklärende Informationsschilder die historischen Hintergründe der Namensgebung transparent machen.
Die Erinnerung an die nationalsozialistische Gewaltherrschaft bleibt uns stets Verpflichtung. Die Geschichte der Kori Ofenfabrik in Schöneberg, in der Öfen für KZ-Krematorien und das Euthanasie-Programm der Nazis hergestellt wurden, darf deshalb nicht in Vergessenheit geraten. Auf unsere Initiative hat der Bezirk ein Forschungsprojekt zu dem Thema in die Wege geleitet. Darüber hinaus werden wir uns für einen Mahn- und Erinnerungsort am ehemaligen Standort der Fabrik einsetzen. Ein lebendiges Gedenken braucht aktive Beteiligung. Deshalb wollen wir Schulen in Tempelhof-Schöneberg dabei unterstützen, Verantwortung für die Stolpersteine in ihrem Umfeld zu übernehmen und sich regelmäßig an deren Pflege zu beteiligen. So wird Erinnerungskultur im Alltag verankert und historisches Lernen unmittelbar erfahrbar gemacht.
Als „Grenzbezirk“ werden wir außerdem die Erinnerung an die DDR-Geschichte und die Teilung unserer Stadt wachhalten und sichtbarer machen. Die Lückenschließung des Mauerradwegs bei Lichtenrade war ein erster Erfolg, um die Verbundenheit unseres Bezirks mit der deutsch-deutschen Geschichte zu verdeutlichen. Wir kümmern uns auch weiterhin um den Mauerweg, bspw. für eine bessere Ausschilderung. Daran werden wir anknüpfen, indem wir weitere erinnerungskulturelle Initiativen unterstützen.
4.7 EHRENAMT UNTERSTÜTZEN UND SICHTBAR MACHEN
Ehrenamt ist das Rückgrat unseres Zusammenlebens in Tempelhof-Schöneberg. Tausende Menschen engagieren sich Tag für Tag in Vereinen, Initiativen, Nachbarschaften und sozialen Projekten – sie halten unseren Bezirk lebendig, solidarisch und vielfältig. Zivilgesellschaftliches Engagement macht unsere Demokratie wehrhaft, indem sie Teilhabe an politischen Prozessen ermöglicht und so gegen Polarisierung wirkt. Dieses Engagement wollen wir stärken, unterstützen und sichtbar machen. Wir haben uns für das Ehrenamtsbüro stark gemacht, sodass es seit vielen Jahren hervorragende Arbeit leistet: Es berät, vernetzt und begleitet zahlreiche ehrenamtlich Aktive und Initiativen im Bezirk.
Mit der Verleihung der Ehrenamtskarten in verschiedenen Kategorien würdigen wir Menschen, die sich in besonderer Weise für das Gemeinwohl einsetzen. Darüber hinaus zeichnet der Bezirk Persönlichkeiten mit der Verdienstmedaille aus – der höchsten Auszeichnung unseres Bezirks – für langjähriges und herausragendes ehrenamtliches Engagement. Mit der jährlichen Ehrenamtsbörse schaffen wir zudem einen wichtigen Treffpunkt für Austausch, Vernetzung und Sichtbarkeit der vielen Vereine, Verbände und Initiativen, die Tempelhof-Schöneberg so besonders machen.
Einsamkeit stellt in urbanen Räumen wie in Tempelhof-Schöneberg ein wachsendes Risiko dar. Einsamkeit beeinflusst soziale Teilhabe, psychische und körperliche Gesundheit, aber auch Arbeitsmarktchancen nachhaltig. Einsamkeit ist ein Querschnittsthema in der Gesellschaft, bürgerschaftliches Engagement trägt nachweislich insbesondere zur Stärkung sozialer Netzwerke bei, fördert Zugehörigkeit und schützt langfristig vor sozialer Isolation.
Engagement schafft Begegnung, stärkt Selbstwirksamkeit und verbindet Menschen über unterschiedliche Lebenslagen, Generationen und Herkunft hinweg, genau dort wo Einsamkeit überwunden werden kann. Im Rahmen der bezirklichen Initiative „Engagiert gegen Einsamkeit“ wurden bereits erste Maßnahmen zur Einsamkeitsbewältigung und -prävention umgesetzt, darunter der Aufbau eines kommunalen Netzwerkes gegen Einsamkeit.
Tempelhof-Schöneberg hat 2025 erstmals den „Gemeinschaftspreis des Bezirksbürgermeisters zur Würdigung von Engagement gegen Einsamkeit“ verliehen. Als erster Berliner Bezirk setzt Tempelhof-Schöneberg damit ein deutliches Zeichen im Kampf gegen Einsamkeit.
Weitere Fachtagungen zum Thema Einsamkeit, das neue Veranstaltungsformat „Lange Tafeln gegen Einsamkeit“ in den einzelnen Regionen und eine Kampagne „Wir sind die Nachbarschaft“ werden wir zur Aktivierung nachbarschaftlichen Zusammenhalts gegen Einsamkeit voranbringen.
Die Zukunft unseres Bezirks gestalten wir alle gemeinsam!
