Kapitel 1 – Unser grüner Bezirk

Unser Bezirk ist mehr als ein Ort zum Wohnen. Er ist unser Alltag, der Weg zur Schule, der Park um die Ecke, der Schatten auf dem Gehweg, die sichere Kreuzung, die Luft, die wir atmen. Genau hier entscheidet sich, ob Klimaschutz spürbar wird – oder eine Debatte bleibt. Wir Grüne machen Politik so, dass sie im Kiez ankommt: konkret, gerecht für mehr Lebensqualität für jeden von uns.

Wir Bündnisgrüne haben in den letzten Jahren für Klima, Natur, Verkehrssicherheit und Lebensqualität und damit für die Menschen in Tempelhof-Schöneberg viel erreicht: Wir haben ein Klimaanpassungskonzept auf den Weg gebracht und tausende neue Straßenbäume gepflanzt. Wir haben Entsiegelung und Versickerung möglich gemacht und setzen diese Arbeit fort. Wir haben sichere Radwege und Fahrradstraßen gebaut, wir haben Schulwege sicherer gestaltet und mit der Parkraumbewirtschaftung den knappen Raum fairer verteilt. Darauf bauen wir auf, denn wir haben noch viel vor. Wir werden Klimaschutz im Bezirk konsequent umsetzen und dafür sorgen, dass Tempelhof-Schöneberg seinen Beitrag leistet, um die Klimaneutralität 2040 zu erreichen – damit unser Bezirk für alle Menschen, in allen Ortsteilen auch morgen lebenswert bleibt.

Unsere Ziele

  • Wir machen Grün zur Infrastruktur, pflanzen mehr Straßenbäume und schaffen und pflegen Grünflächen überall im Bezirk.
  • Wir sorgen für mehr Lebens- und Aufenthaltsqualität, indem wir die Stadtnatur stärken, Parks, Plätze und Wege aufwerten und Natur in der Stadt erlebbar machen.
  • Wir kühlen den Bezirk ab, mit mehr Bäumen und Schatten sowie Trinkbrunnen und kühlen Orten.
  • Wir machen Berlin zur Schwammstadt durch Entsiegelung und Regenwassernutzung gegen Trockenheit und Starkregen.
  • Wir schaffen sicheren, klimafreundlichen Verkehr, mehr Platz und Sicherheit für Fuß- und Radverkehr und einen besseren ÖPNV.

1.1 GRÜN IST INFRASTRUKTUR: BÄUME, PARKS UND GERECHTE VERTEILUNG

Grünflächen und Bäume sind in einer wachsenden Stadt keine Nebensache. Sie kühlen, filtern die Luft, halten Wasser in der Stadt und schaffen Räume, in denen man sich begegnen kann. Doch stehen die meisten unserer Stadtbäume unter Stress: jährlich schlimmer werdende Trockenheit, Baustellen, Feinstaub, Krankheiten und schlechte Standorte setzen ihnen zu. Hinzu kommt für Tempelhof-Schöneberg, dass Grün ist in unserem Bezirk ungleich verteilt ist. Wer in zubetonierten Kiezen wohnt, hat oft weniger Schatten, weniger Parks und weniger Aufenthaltsqualität. Genau deshalb ist Baumpolitik für uns auch soziale Politik: Wer wenig Schatten und wenige Parks hat, braucht zuerst mehr Schutz vor Hitze.

Wir Bündnisgrünen haben in den letzten Jahren geliefert: Allein 2025 haben wir 479 Straßenbäume neu gepflanzt. Zieht man die notwendigen Fällungen ab, ist der Bestand innerhalb eines Jahres um 205 Straßenbäume gewachsen – so stark wie in keinem anderen Berliner Bezirk. Durchschnittlich steht alle 11 Meter ein Straßenbaum in Tempelhof-Schönebergs Straßen. Wir schützen bestehende Bäume aber auch dort, wo Großbaustellen drohen, wichtigen Bestand zu zerstören. So haben wir am Tempelhofer Damm Fällanträge für über 50 Bäume, die teilweise 150 Jahre alt sind, abgelehnt und streiten mit dem Senat für Lösungen, die Baustelle und Baumerhalt zusammenbringen. Dabei machen auch kleine Maßnahmen einen Unterschied: Wir haben über 100 Baumscheiben vergrößert und damit mehr Raum für Wurzeln, Wasser und Wachstum geschaffen. Und wir machen mit Beispielen wie dem Perelsplatz in Friedenau sichtbar, dass grüne Politik Aufenthaltsqualität bedeutet. Damit wir Bäume, Parks und Spielplätze dauerhaft gut pflegen können, brauchen wir ein Grünflächenamt, das handlungsfähig ist. Wir setzen uns daher für mehr Personal ein und stärken die Straßen- und Grünflächenämter durch zweckgebundene Mittel auf Landesebene, damit Pflege, Bewässerung und Instandhaltung zuverlässig direkt vom Grünflächenamt erfolgen kann und nicht an Drittanbieter ausgelagert werden muss.

Wir wollen, dass die Politik Bäume besser schützt, nachpflanzt und pflegt – besonders dort, wo Grün am meisten fehlt. Dazu werden wir gemäß dem BäumePlusGesetz für jeden gefällten Baum drei Bäume nachpflanzen. Zugleich verbessern wir die Pflege und Standorte der Bäume, damit diese bei Umbauten von Anfang an mitgedacht werden. Besonders in stark versiegelten Quartieren bringen wir mehr Grün auf die Straße und setzen dort zuerst an, wo es am heißesten ist und wo Menschen am meisten unter Hitze leiden. Dabei wenden wir den Baumschutz konsequent an, setzen die strengen Fällverbote an besonders heißen Orten strikt um und sorgen auch gegenüber dem Land Berlin dafür, dass Zusagen eingehalten werden und Bäume nicht unnötig gefällt werden. Gemäß ihrem gesetzlichen Anspruch ermöglichen wir allen Bürger*innen die Bepflanzung von Baumscheiben und die Pflege junger Bäume ohne bremsende Bürokratie. Außerdem pflanzen wir mehr Obst- und Beerengehölze im öffentlichen Raum: Das stärkt die Artenvielfalt und macht Grün im Alltag erlebbar.  Wir setzen uns besonders für einheimische Bäume und Sträucher ein. Sie bieten Nahrung und Unterschlupf für Insekten, Vögel und kleine Tiere, verbessern den Boden und lassen Regen besser versickern. Einheimische Arten brauchen weniger zusätzliches Wasser, weniger Dünger und Pflanzenschutz und sind damit günstiger im Unterhalt und machen Städte widerstandsfähiger gegen Schädlinge und Hitze.

1.2 STADTNATUR UND LERNORTE: ARTENVIELFALT ERHALTEN, NATUR ERLEBBAR MACHEN

Die Artenvielfalt geht zurück. Wissenschaftler*innen sprechen von einem Massenaussterben. Wildpflanzen verschwinden, Insekten finden weniger Nahrung, Amphibien und Vögel wiederum finden weniger Insekten und die städtische Natur gerät unter Druck, weil Flächen knapp sind und Nutzung zunimmt. Und auch bei Menschen wächst das Bedürfnis nach einer gesunden, vielfältigen Stadtnatur: Sie wollen Orte, an denen Kinder entdecken können, wie Natur funktioniert. Sie wollen Grün, das beruhigt, schützt und den Alltag besser macht.

Wir Bündnisgrünen haben die Grünräume im Bezirk massiv gestärkt. Der Volkspark Lichtenrade zeigt bürgerschaftliches Engagement, wurde jahrelang von Ehrenamtlichen aufgebaut und gepflegt. Damit der Park gesichert werden kann und beispielsweise die regelmäßige Baumkontrolle vom Bezirk übernommen wird, haben wir uns dafür eingesetzt, dass der Volkspark als Grünanlage gewidmet wurde und ihn damit auch für die Zukunft gesichert. Außerdem haben wir dafür gesorgt, dass die Marienfelder Feldmark zum Landschaftsschutzgebiet entwickelt wurde und als solches ausgewiesen wird. Seltene und seit Jahren in Berlin nicht mehr dokumentierte Insektenarten sind nun dort wieder zu finden.

Wir begrüßen den Vorschlag, das leerstehende Klärwerk im Schichauweg nachhaltig zu entwickeln. Eine Umnutzung zum Beispiel als ökologisches Bildungszentrum, wie es das dort ansässige Unternehmensnetzwerk vorschlägt, unterstützen wir. Wir setzen uns dafür ein, dass der Bezirk mit den Berliner Wasserbetrieben die Voraussetzungen für diese Umnutzung schafft und eine gemeinsame Perspektive entwickelt wird.

Wir wollen Stadtnatur so schützen, dass sie im Alltag sichtbar und erlebbar wird. Das heißt, dass wir gezielt naturnahe Flächen fördern, beispielsweise Wildblumenwiesen, Sträucher und Hecken pflanzen. Diese bieten Insekten, Vögeln und anderen Wildtieren Schutz und Nahrung. Wir schaffen ein grünes Netz aus miteinander verbundenen Lebensräumen, das Tiere und Pflanzen schützt, ihre Wanderung ermöglicht und Isolation verhindert.

Zudem bauen wir Lern- und Naturorte aus und stärken Orte, an denen Kinder, Schulgruppen und alle Interessierten Natur niedrigschwellig und gut erreichbar erleben können. Wir setzen uns dafür ein, dass unsere bereits 100 Jahre alte Gartenarbeitsschule weiter auskömmlich finanziert wird und als Lernort und wunderbares Biotop erhalten bleibt. Auch stärken wir Gemeinschaftsgrünflächen und unterstützen Urban Gardening und gemeinschaftliche Grünprojekte als soziale Orte im Kiez. Dazu gehören auch Gemeinschaftskleingärten, damit mehr Menschen Zugang zu Gartenflächen bekommen – unabhängig davon, ob sie schon lange auf einer Warteliste stehen. Gleichzeitig verteilen wir Grün gerechter und setzen besonders dort an, wo Quartiere heute zu wenig Grün und zu wenig Schatten haben. Und wir sichern die Naturschutzstation Marienfelde dauerhaft und verstetigen Naturranger: So schützen wir Natur, erklären Zusammenhänge und schaffen Ansprechpersonen gerade dort, wo Nutzungskonflikte entstehen.

1.3 KÜHLEN STATT AUFHEIZEN: HITZESCHUTZ UND KLIMAANPASSUNG

Die Sommer werden heißer. Hitze ist dabei nicht nur unangenehm, sie kann gefährlich werden. In Großstädten wie Berlin ist die Belastung besonders hoch. Besonders leiden ältere Menschen, kleine Kinder, Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen. Dicht bebaute und asphaltierte Quartiere heizen sich schneller auf. Kühlende Bäume und schattige, grüne Rückzugsorte fehlen oft. Klimaschutz und Hitzeschutz sind deshalb kein Luxus, sondern Schutz unserer Gesundheit. Unser Ziel ist es, dass kein Mensch in Berlin an den Folgen von Hitze verstirbt.

Wir machen den Klimaschutz konkret und sozial gerecht. Klimaanpassung heißt für uns: Wir entwickeln den Bezirk so weiter, dass alle Menschen gut durch Hitze, Trockenheit und Startregen kommen.

Unser Bezirksbürgermeister hat ein Klimaanpassungskonzept auf den Weg gebracht, das an den Hitzeschutzplan des Berliner Senats anknüpft. Ziel ist es, Tempelhof-Schöneberg hitzeresilient, wassersensibel, grüner und sozial gerecht zu gestalten – durch eine Kombination aus städtebaulichen Maßnahmen, Begrünung und Regenwassermanagement. Dieses Konzept bündelt Maßnahmen und klärt Zuständigkeiten – für schnelle und zuverlässige Hilfe vor Ort. So werden wir die Schöneberger Linse zu einem verkehrsberuhigten Stadtteilzentrum entwickeln und im Akazienkiez für mehr Platz für Fußgänger*innen und eine lebendige Einkaufsstraße sorgen. Das Rathausumfeld haben wir mit Aufenthaltsflächen umgestaltet und wollen einen Südplatz für Menschen schaffen, der den Rudolf-Wilde-Park mit dem John-F.-Kennedy-Platz verbindet.

Wir sorgen dafür, dass Hitzeschutz und Klimaanpassung überall im Bezirk ankommen: auf Plätzen und in Parks, an Schulen, Haltestellen und Spielplätzen. Wir werden für mehr Schatten und Kühlung im öffentlichen Raum sorgen – mit Bäumen, Begrünung und Beschattung – und uns auf Landesebene dafür einsetzen, dass wieder Gelder für die Sanierung von Brunnen bereitgestellt werden. Wir legen die Schwerpunkte dort, wo Hitzeschutz sozial und ökologisch am wichtigsten ist. Damit erreichen wir die Ziele des Klimaanpassungsgesetzes und sorgen für gerechte Kühlung in der Stadt. So wollen wir die Umsetzung des neuen Verkehrskonzepts für das Schöneberger Dreieck vorantreiben und dabei insbesondere die Fritz-Reuter-Straße durch Entsiegelung und Bäume zur Klimastraße umbauen. Durch Verkehrsberuhigung und Schaffung neuer Aufenthaltsbereiche machen wir den Barbarossaplatz klimafit und ermöglichen eine hohe Aufenthaltsqualität für alle. Den Tempelhofer Parkfriedhof entwickeln wir zu einem Hitzeschutzpark mit viel Schatten und kühlen Orten. Wir unterstützen die rasche Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben des Berliner Klimaanpassungsgesetzes, die sicherstellen, dass alle Menschen im Bezirk in kürzester Zeit kühlende Grünflächen erreichen können. Zudem setzen wir uns auf Landesebene dafür ein, dass Trinkbrunnen weiter betrieben werden und das Angebot ausgebaut wird, damit Abkühlung kein Luxus, sondern für alle erreichbar ist. Darüber hinaus verbessern wir Orientierung und Unterstützung beim Thema Hitzeschutz – mit klaren Informationen, gut erkennbaren kühlen Orten und besserer Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen.

1.4 SCHWAMMSTADT: WASSER HALTEN, STARKREGEN ABPUFFERN, KIEZE STÄRKEN

Die Klimakrise bringt nicht nur Hitze und Trockenheit, sondern immer häufiger auch Starkregen mit sich. Dies stellt das bezirkliche Regenwassermanagement vor eine doppelte Herausforderung: Bäumen und Grün fehlt Wasser, bei Starkregen steigen die Risiken von Überflutungen. Dazu kommt, dass viele Flächen versiegelt sind, Wasser kaum versickern kann und die Stadt sich zusätzlich aufheizt. Wir brauchen mehr Flächen, die Wasser aufnehmen können. Wir müssen Regenwasser dort halten, wo es fällt und es dort versickern lassen, wo es möglich ist.

Wir Bündnisgrünen haben bereits Entsiegelung im Straßenland umgesetzt, kleinteilig und dezentral. In Lichtenrade beispielsweise haben wir neue Versickerungsmulden angelegt und in Schöneberg ehemalige Parkbuchten in der Langenscheidtstraße und der Bülowstraße entsiegelt. Das hilft den Bäumen und verbessert den Wasserhaushalt im Kiez.

Wir arbeiten daran, dass Tempelhof-Schöneberg Teil der „Schwammstadt Berlin“ wird. Dafür arbeiten wir enger mit der Regenwasseragentur zusammen. So bringen wir Projekte schneller auf die Straße, von Entsiegelung bis Regenwassernutzung. Das klingt technisch, gemeint ist aber etwas Einfaches: Wir sorgen dafür, dass Regenwasser nicht in der Kanalisation verschwindet, sondern unserem Bezirk beim Kühlen, beim Begrünen und beim Schutz vor Starkregen hilft. Dazu weiten wir die Entsiegelung aus und entfernen, wo es sinnvoll ist, Asphalt oder Beton, sodass Regenwasser wieder in den Boden versickern kann. Um die Zivilgesellschaft zu beteiligen, setzen wir uns für ein „Abpflastern“-Programm im Bezirk ein: mit einem öffentlichen Entsiegelungswettbewerb, einer digitalen Entsiegelungskarte und praktischer Unterstützung für Bürger*innen. Dafür braucht es zweckgebundene Landesmittel für Grünflächenämter – für wirksame Entsiegelung, mehr Stadtgrün und ein besseres Klima im Kiez. Zudem nutzen wir Regenwasser besser und schaffen mehr Anlagen, die Regen sammeln und Grünflächen versorgen, damit Bäume Trockenphasen besser überstehen. Insbesondere unterstützen wir Initiativen bei der Aufstellung von Regenwassertonnen. Kleingewässer in der Stadt müssen geschützt und regelmäßig kontrolliert werden, damit sie stabil bleiben. Sie sind oft sehr artenreich und bieten Amphibien, Insekten und Wasserpflanzen einen Lebensraum. So verbinden sie Grünflächen, erhöhen die Biodiversität und machen die Stadt widerstandsfähiger. Außerdem helfen sie beim Kühlen und nehmen bei Starkregen Wasser auf. In diesem Sinne setzen wir auch die durch den BaumEntscheid verbindlich geregelten Standards zum Ausbau naturnaher Stadtgestaltung konsequent um und etablieren feste Entsiegelungs- und Versickerungsquoten bei allen bezirklichen Baumaßnahmen.

1.5 DAS TEMPELHOFER FELD: FREIRAUM SCHÜTZEN, STADTKLIMA SICHERN

Das Tempelhofer Feld ist die grüne Lunge Berlins und ein Symbol dafür, was eine Großstadt zum Atmen braucht. Es kühlt die Umgebung, schafft Raum für Sport und Erholung und ist ein großes Kaltluftgebiet, das gerade in heißen Sommern eine spürbare Entlastung bringt. Gleichzeitig steht das Feld immer wieder unter Druck: Pläne für Bebauung werden reaktiviert, das eindeutige Ergebnis des Volksentscheids wird von den Senatsparteien relativiert.

Wir Bündnisgrüne haben uns dagegen klar und sichtbar für den Schutz des Feldes in seiner kompletten Größe ausgesprochen -in Debatten, in der Bezirksverordnetenversammlung, im Abgeordnetenhaus und im Austausch mit Initiativen. Jegliche Bebauung schließen wir aus. Eine Weiterentwicklung des Feldes, beispielsweise eine Erhöhung der Zahl der Bäume sowie der Bänke, ist für uns nur gemäß den Vorgaben des bestehenden Gesetzes zum Erhalt des Tempelhofer Feldes (THF-Gesetzes) denkbar, das das Feld vor Bebauung schützt. Wir arbeiten mit Engagierten zusammen und stützen uns auf das Wissen von Menschen, die das Feld seit vielen Jahren verteidigen und seine Nutzung für Erholung, Natur, Kultur und Sport ermöglichen. Wir haben außerdem begonnen, Freiräume stärker als Infrastruktur zu denken: als Orte, die Gesundheit, Begegnung und Stadtklima schützen.

Wir wollen, dass das Tempelhofer Feld frei bleibt. Wir setzen uns auf allen politischen Ebenen dafür ein, dass die Entscheidung der Berliner*innen beim Volksentscheid respektiert wird und dass Bebauungspläne nicht durch die Hintertür zurückkehren. Wir wollen das Feld als Grün- und Erholungsfläche im Sinne des Pflege- und Entwicklungsplans, der sich auf das THF-Gesetz stützt, weiterentwickeln – klug, fair und ohne seinen Charakter zu verändern. So bleibt das Feld das, was es für viele Menschen heute schon ist: Klimaraum, Freiraum und ein Stück öffentlicher Freiheit. Durch die Nutzung der ehemaligen Eisenbahnbrücke wollen wir einen südlichen Zugang für Fuß- und Radverkehr zum Tempelhofer Feld schaffen. Wir machen uns stark für die Beteiligung der Berliner*innen, unter anderem durch die gewählte Feldkoordination, und setzen uns dafür ein, dass die vielen unterschiedlichen Sportangebote, Bildungs-, Kultur-, Jugend- und weiteren Angebote ihre Arbeit auf dem Feld fortsetzen können.

1.6 SPIELPLÄTZE UND AUFENTHALT: ORTE FÜR KINDER, FAMILIEN UND NACHBARSCHAFTEN

Spielplätze sind Treffpunkte, Bewegungsorte, kleine Oasen und oft der wichtigste öffentliche Raum für Familien und Kinder, besonders in dicht bebauten Quartieren. Viele Spielplätze sind jedoch veraltet oder nicht ausreichend barrierefrei. Gleichzeitig fehlt es oft an Bänken, Schatten und guter Aufenthaltsqualität für Begleitpersonen. Wir wollen, dass Spielplätze im Bezirk sicher, inklusiv und einladend sind.

Wir haben stark an besseren Spielplätzen gearbeitet. Tempelhof-Schöneberg baut viele neue,  saniert viele bestehende Spielplätze und integriert barrierefreie Angebote. Und wir haben gezeigt, dass eine gute Finanzierung möglich ist: Zwei neue Spielplätze in Lichtenrade können wir unter anderem aus den Überschüssen aus der Parkraumbewirtschaftung bauen. Das zeigt, dass gerechte Flächenpolitik allen zugutekommt – auch Kindern und Familien.

Wir Bündnisgrünen wollen, dass Spielplätze zu schönen und sicheren Aufenthaltsorten für alle Familien werden, die Treffpunkt der Nachbarschaft und Platz zum Austoben sind. Gemeinsam entwickeln wir Spielplätze nach Bedarf, besonders dort, wo viele Kinder leben und wo Wohnungen eng sind. Zudem stärken wir Inklusion und denken Barrierefreiheit von Anfang an mit. Außerdem sorgen wir für mehr Schatten und Sitzplätze, damit Spielplätze auch an heißen Tagen gut nutzbar sind. Dazu gehört auch eine gute Beteiligung, die dafür sorgt, dass Menschen aus allen Ortsteilen mitreden können und Entscheidungen transparent sind. Wir bauen gemeinsam mit den Berliner Wasserbetrieben nach und nach Trinkbrunnen neben Spielplätzen im Bezirk. Das leicht zugängliche saubere Trinkwasser unterstützt Kinder, Familien und Jugendliche an heißen Tagen, reduziert Müll durch Einwegflaschen und hilft beim Geldsparen.

1.7 SAUBERER, SICHERER, KONFLIKTÄRMER: ÖFFENTLICHER RAUM, DER FUNKTIONIERT

Lebensqualität zeigt sich im Alltag auch daran, ob der Park sauber ist, ob der Winterdienst funktioniert, ob der Hundeauslauf klappt und ob sich alle im öffentlichen Raum wohl und sicher fühlen. Gerade dort, wo viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen, braucht es klare Regeln und gute Lösungen, die nicht gegen einzelne Gruppen arbeiten, sondern das Zusammenleben erleichtern.

Wir haben die Strukturen gestärkt, die den öffentlichen Raum praktisch besser machen. Unsere Parkläufer*innen sind dafür ein gutes Beispiel: Als Ansprechpersonen für alle Menschen in den Parks zeigen sie regelmäßig Präsenz, können Konflikte früh deeskalieren, Regeln verständlich vermitteln und bei Problemen wie z. B. Müll, Lärm oder Vandalismus schnell zu Lösungen führen. Sie sprechen Probleme früh an, vermitteln und helfen dabei, dass Parks Orte bleiben, an denen sich alle sicher fühlen. Dieses Angebot wollen wir verstetigen, u. a. im Volkspark Mariendorf.

Wir Bündnisgrünen wollen den öffentlichen Raum weiterentwickeln, ihn sauberer, sicherer und zugänglicher gestalten. Für mehr Sauberkeit setzen wir uns für Angebote wie eine jährliche kostenfreie Sperrmüllabholung pro Haushalt, dezentrale Sperrmülltage in allen Ortsteilen und BSR-Kieztage ein, damit Müllentsorgung im Alltag einfacher wird. Zur Vermeidung von Verpackungsmüll fördern wir Mehrwegangebote und setzen uns für eine berlinweite Steuer auf Einwegverpackungen, -geschirr und -besteck ein.

Außerdem braucht es eine stärkere Unterstützung des Senats für den Ausbau kostenloser öffentlicher Toiletten im Bezirk. Das gilt insbesondere für Sitztoiletten, die barrierearm zugänglich und mit kostenlosen Menstruationsprodukten ausgestattet sein müssen. Gleichzeitig setzen wir uns für die verlässliche Instandhaltung dieser Anlagen und für bessere Arbeitsbedingungen sowie eine faire Bezahlung des Reinigungspersonals ein.

Nicht zuletzt denken wir Tierschutz mit und sorgen für gute Hundeauslaufflächen und ihre Ausstattung im Kiez, damit Grünflächen entlastet werden und Konflikte abnehmen. Ergänzend stärken wir Reparatur- und Wiederverwendungs-Initiativen wie Repair-Cafés, Umsonstläden und Tauschbörsen: Wer repariert und teilt, spart Müll, Geld und Ressourcen – und stärkt das Miteinander im Kiez.

Der letzte Winter hat gezeigt, dass nicht alle Grundstückseigentümer*innen ihren gesetzlichen Verpflichtungen beim Winterdienst nachkommen. Daher setzen wir uns auf Landesebene für eine zentrale Räumung der Gehwege und Hochbordradwege durch die BSR ein. Tausalz ist keine Option und der private Einsatz zu Recht verboten, da es Baumwurzeln schädigt, Boden und Grundwasser belastet und Pfoten von Tieren angreift. Es braucht die rechtzeitige und systematische Räumung mit Einsatz von geeigneten Streumitteln.

1.8 SICHER UNTERWEGS: VERKEHR FAIR ORDNEN, UNFÄLLE VERMEIDEN, RECHT UMSETZEN

Der öffentliche Raum ist knapp – und vielerorts ungerecht verteilt. Kraftfahrzeuge beanspruchen den größten Teil der Flächen sowohl für das Fahren als auch das Parken. Für den Fuß- und Radverkehr bleibt oft zu wenig Platz. Das gefährdet insbesondere Kinder auf dem Schulweg, ältere Menschen, Menschen mit Kinderwagen oder Rollstuhl. Sie alle brauchen Platz und Sicherheit. Wo ausreichend breite und sichere Wege fehlen, entstehen häufig gefährliche Situationen – besonders dort, wo motorisierter Verkehr auf Fuß- und Radverkehr trifft. Unser Ansatz ist klar: eine gerechte Verteilung des öffentlichen Raumes und klare Regeln. Wir machen Straßen sicher und stellen dabei die Verkehrssicherheit der schwächsten Verkehrsteilnehmer*innen konsequent an erste Stelle. In der Vision Zero wird das Ziel beschrieben, dass niemand im Straßenverkehr stirbt oder schwer verletzt wird. Wir Grüne richten unsere Verkehrspolitik an Vision Zero aus, um diesem Ziel möglichst schnell näher zu kommen.

Wir Bündnisgrünen haben in Tempelhof-Schöneberg konkret an der Infrastruktur gearbeitet und gehören beim Radverkehr wieder zu den Top 3 der Bezirke. Wir haben wichtige Fahrradwege und Fahrradstraßen geschaffen oder weiterentwickelt – etwa in der Grunewaldstraße, der Boelckestraße, dem Mariendorfer Damm und dem Tempelhofer Damm, der Monumentenstraße, der Langenscheidtstraße und der Belziger Straße. Die Umgestaltung der Grunewaldstraße zu einer modernen Stadtstraße zeigt als Modellprojekt, wie sich unterschiedliche Interessen vorbildlich vereinbaren lassen: Sichere Radwege, bessere Bedingungen für Fußgänger*innen und zahlreiche gut angelegte Lieferzonen bringen Mobilität, Sicherheit und Wirtschaftsverkehr in Einklang miteinander. Mit dem Abfräsen des Kopfsteinpflasters am Priesterweg haben wir Neuland betreten: Die Nord-Süd-Radroute wurde deutlich komfortabler, das historische Pflaster blieb erhalten und Regenwasser kann weiter versickern. Das Projekt gilt inzwischen bundesweit als Blaupause und soll an weiteren Stellen im Bezirk folgen. Außerdem haben wir über 1.000 Fahrradstellplätze gebaut, damit sichere Wege auch sichere Ziele haben.

Die Bahnhofstraße in Lichtenrade ist historisch gewachsen: Leider ist aber die Infrastruktur im Boden nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Den nötigen Umbau nutzen wir, um die Straße in Zukunft noch ansprechender zu machen –mit barrierefreien Bushaltestellen, neuen Bäumen, Radwegen, Fußgängerüberwege und deutlich mehr Platz auf dem Gehweg. Beim Fußverkehr haben wir die Schulwegsicherheit ins Zentrum gestellt: Im Umfeld von neun Schulen haben wir den Verkehr beruhigt und es übersichtlicher gemacht, die Straßen zu überqueren. Besonders hervorzuheben ist die berlinweit erste erfolgreich erprobte Schulstraße an der Bruno-H.-Bürgel-Grundschule: Eine zeitlich begrenzte Sperrung der Straße, um den Elterntaxiverkehr zu reduzieren und Kindern einen sicheren, stressfreien Schulweg zu ermöglichen. Zudem haben wir die Parkraumbewirtschaftung ausgebaut. Mit neuen Zonen in der Gartenstadt Tempelhof und rund um das Krankenhaus St. Joseph sind alle Ortsteile innerhalb des S-Bahn-Rings nun parkraumbewirtschaftet. Wir führen den Ausbau der Parkzonen auch außerhalb des S-Bahn-Rings gezielt fort. So entsteht mehr Raum für klimafreundliche Mobilität und sichere Wege. Gleichzeitig wird die Luftqualität verbessert und der Parkdruck spürbar gesenkt. Das schafft mehr Ordnung und eröffnet Spielräume – für Bäume, sichere Querungen, Lieferzonen, bessere Haltestellen und Radwege.

Außerdem verankern wir neue Mobilitätsangebote und wollen Fahrrad-, Lastenrad und Car-Sharing Angebote gezielt ausbauen. Darüber hinaus setzen wir uns für die Einführung einer digitalen Parkraumüberwachung durch Scan-Cars ein und entlasten so die Ordnungsämter. Unser Bezirk ist dafür bereit und kann mit der digitalen Parkraumüberwachung unmittelbar starten, sobald der Senat die Voraussetzungen dafür schafft. Wir Bündnisgrünen wollen, dass das Mobilitätsgesetz insgesamt konsequenter umgesetzt wird, weil es genau das fordert, was Menschen im Alltag brauchen: sichere Wege und eine faire Verteilung des Straßenraums.

Wir Bündnisgrünen wollen, dass das Mobilitätsgesetz insgesamt konsequenter umgesetzt wird, weil es genau das fordert, was Menschen im Alltag brauchen: sichere Wege und eine faire Verteilung des Straßenraums.

Wir setzen uns auf Landeebene dafür ein, autozentrierte Strukturen im Bezirk wie dem Bundesplatz, dem Friedrich-Wilhelm-Platz, den Kreuzungsbereichen Alt-Mariendorf oder An der Urania perspektivisch zurückzubauen. Wir wollen am Innsbrucker Platz ein sicheres, bequemes Umsteigen zwischen Bahn und Bus sowie einen sicheren Rad-und Fußverkehr fördern. Wir wollen erreichen, dass diese und andere Plätze menschenfreundlicher, urbaner und grüner werden. Dabei arbeiten wir, wie zum Beispiel am Friedrich-Wilhelm-Platz, eng mit lokalen Initiativen zusammen. Hier setzt sich die Initiative für eine Wiederherstellung des Friedrich-Wilhelm-Platzes in seiner ursprünglichen Qualität sowie für eine sichere und sinnvollere Verkehrsführung um den Platz herum mit weniger Autoverkehr ein.

Sicher zu Fuß

Um Vision Zero mit Leben zu füllen, bauen wir unter anderem sichere Schulwege aus und machen Schulstraßen, gute Querungen und klare Sichtbeziehungen zum Standard. Gleichzeitig stärken wir die Infrastruktur für den Fußverkehr: mehr Bänke, öffentliche Toiletten und gut gestaltete, sichere Wege – denn zu Fuß unterwegs zu sein gehört für die meisten Menschen selbstverständlich zum Alltag. Dazu gehört für uns auch, dass Gehwege wirklich frei bleiben: ohne parkende Autos, abgestellte E‑Scooter oder andere Hindernisse, die den Platz zum Gehen einschränken oder zu unnötigen Stolperfallen werden. Auch bei Ampeln setzen wir auf Sicherheit: Wir setzen uns für längere Grünphasen an Fußgänger*innenampeln ein, damit auch, wer langsamer geht, sicher rüberkommt.

Ein besonderer Schwerpunkt ist der Schulcampus Marienfelde, den wir als Modellprojekt für mehr Schulwegsicherheit entwickeln wollen. Darüber hinaus richten wir neue verkehrsberuhigte Zonen ein, zum Beispiel als Spiel-, Nachbarschafts- oder Sommerstraßen. So entsteht mehr Platz für Begegnung und Sicherheit. Und wir wollen, dass Kreuzungen sicherer umgebaut werden: Unfallschwerpunkte wie Alt-Mariendorf, Attilaplatz, Friedrich-Wilhelm-Platz oder der Innsbrucker Platz müssen entschärft werden. Dabei bauen wir Kreuzungen weiter barrierefrei um: Absenkungen, sichere Querungen und klare Wege helfen allen, besonders aber Älteren und Menschen mit Einschränkungen.

Sicher mit dem Rad

Wir Grünen schließen die Lücken im Radwegenetz und schaffen sichere Verbindungen. Darüber hinaus setzen wir uns für getrennte Ampelschaltungen für Kraftfahrzeuge sowie den Fuß- und Radverkehr ein, um Verkehrsunfälle mit rechtsabbiegenden Kraftfahrzeugen zu vermeiden und die Sicherheit nachhaltig zu erhöhen. Wo das Fußverkehrsaufkommen gering ist, setzen wir auf den grünen Rechtsabbiegerpfeil für Radfahrende, um Wartezeiten zu verkürzen und das Radfahren attraktiver zu machen. Außerdem öffnen wir geeignete Einbahnstraßen für den Radverkehr in Gegenrichtung – das macht Wege kürzer und sorgt für klare, sichere Routen im Kiez. Nach der Monumenten-, der Langenscheidt- und der Belziger Straße wollen wir weitere Fahrradstraßen einrichten – genau dort, wo schon heute viele Menschen bereits mit dem Rad unterwegs sind. Unser Ziel ist klar: In jedem Ortsteil des Bezirks entsteht mindestens eine weitere, neue Fahrradstraße. So machen wir das Radfahren sicherer, attraktiver, gewinnen Raum für alle und stärken die Lebensqualität vor Ort.

Ein wichtiger Baustein der Mobilitätswende ist die Teltowkanalroute als Radschnellverbindung (RSV 6): Der schwarz-rote Senat hat die Planungen jedoch auf Eis gelegt. Wir setzen uns für die Wiederaufnahme ein, beteiligen uns aktiv an der Planung und treiben die Umsetzung voran. Zudem wollen wir eine weitere Radschnellverbindung vom Süden in den Norden prüfen lassen. Zudem setzen wir uns für den konsequenten Ausbau geschützter Radwege auf Hauptachsen wie der Marienfelder Alle, dem südlichen Abschnitt des Mariendorfer Damms sowie dem Lichtenrader Damm ein -für mehr Sicherheit, Komfort und eine klimafreundliche Mobilität. Zusätzlich schaffen wir neue Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, auch für Lastenräder. Gehwege bleiben dabei für Fußgänger*innen frei. Unter anderem bauen wir das Angebot an Fahrradbügeln an bezirklichen Gebäuden deutlich aus. Die geschützten Fahrradboxen am Rathaus Schöneberg oder die Schließanlage am U-Bhf Alt-Mariendorf zeigen, wie moderne Abstellanlagen aussehen können. Wir setzen uns für Fahrradparkhäuser an stark frequentierten Bahnhöfen ein, etwa am Bhf-Südkreuz, um den Umstieg auf nachhaltige Mobilität zu erleichtern. Gleichzeitig schaffen wir zusätzliche Fahrradabstellflächen so, dass Gehwege frei bleiben – Radparken darf nicht auf Kosten von Menschen zu Fuß gehen. Deshalb haben wir auch mehr Fahrradbügel an bezirklichen Abstellmöglichkeiten geschaffen – mit Pilotbetrieb seit Ende 2022 am Rathaus Schöneberg, seit Anfang 2024 auch in Alt-Mariendorf. Weitere sind bereits in Planung.

Sicher unterwegs mit Bus, Bahn und Auto

Wir Bündnisgrünen wollen, dass Menschen im Alltag verlässlich unterwegs sind – mit einem starken ÖPNV, gut kombinierbaren Angeboten und klarer Ordnung im Straßenraum. Deshalb richten wir Jelbi-Standorte an allen S- und U-Bahnhöfen im Bezirk ein, damit der Umstieg klappt. Gleichzeitig schaffen wir klar ausgewiesene verkehrsberuhigte Kieze mit mehr Ruhe und mehr Aufenthaltsmöglichkeiten sowie sichere Wege vor allem für Kinder und ältere Mitmenschen gemeinsam mit Anwohner*innen. Die von den Bewohner*innen eingebrachten Anträge für Kiezblocks im Schöneberger Dreieck, dem Akazienkiez, dem Monumentenzugkiez, dem Tempelhoferkiez sowie rund um den Friedrich-Wilhelm-Platz und den Barbarossaplatz setzen wir weiterhin entschlossen um. In der Gartenstadt Neu-Tempelhof haben wir ein Modellvorhaben mit flächendeckender Verkehrsberuhigung gestartet, um zu zeigen, wie mehr Ruhe, Sicherheit und Lebensqualität zusammengehen.

Für mehr Sicherheit gehen wir konsequent gegen Raserei vor, besonders dort, wo viele Kinder unterwegs sind, und setzen uns für Tempo 30 ein, wo es Sicherheit und Lärmschutz verbessert – wenn fachlich möglich auch auf Hauptstraßen. Dazu gehört auch Ordnung im Straßenraum: Wir sorgen für Ordnung, denn Falschparken und zugeparkte Gehwege gefährden Menschen, besonders Senior*innen und Kinder sowie Menschen mit Mobilitätseinschränkungen wie blinde Personen. Auch das Parken von E-Scootern regeln wir konsequenter und gehen gegen das ordnungswidrige Abstellen von E-Rollern auf Gehwegen vor.

Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass das Land Berlin die bestehenden Konzessionen für E Scooter Sharing im Jahr 2027 nur dann verlängert, wenn klare Bedingungen erfüllt sind. Dazu gehört für uns vor allem als erster Schritt, dass insbesondere in Kiezen, wo wenig öffentlicher Raum zur Verfügung steht, E-Scooter und Leihräder nur noch an festen Stationen abgestellt werden. Auch außerhalb dieser Bereiche werden wir dafür sorgen, dass nicht ordnungsgemäß abgestellte Leihräder und E-Scooter für die Anbieter nicht ohne Konsequenzen bleiben. Dafür schaffen vor allem zusätzliche Jelbi Punkte geordnete, sichere Abstellmöglichkeiten, entlasten Gehwege und ermöglichen eine verlässliche Integration verschiedener Mobilitätsangebote. Wir setzen uns dafür ein, dass E-Scooter-Verleiher an der Finanzierung der Infrastruktur beteiligt werden.

Beim Land setzen wir uns für eine Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs ein, mit besserer Taktung, verlässlichen Busverbindungen und mehr Komfort, zum Beispiel durch Bänke an Haltestellen. Außerdem fordern wir ein Angebot wie den BVG-Rufservice Muva zurück, ein Fahrservice für mobilitätseingeschränkte Menschen, der im Frühjahr 2026 eingestellt wurde,  damit alle gut angebunden sind, auch ohne eigenes Auto.

Gegen den Tramstopp des schwarz-roten Senats setzen wir uns mit aller Kraft für den weiteren Ausbau des Straßenbahnnetzes ein. Konkret fordern wir eine Tramverbindung vom Potsdamer Platz über die Haupt-/Rheinstraße bis Rathaus Steglitz sowie eine weitere Tramverbindung von Alt-Mariendorf bis nach Lichtenrade , um den Süden des Bezirks leistungsfähig und klimafreundlich anzubinden. Zugleich wollen wir die Anbindung insgesamt stärken: Am S-Bahnhof Buckower Chaussee soll auch die Regionalbahn halten, und am Kamenzer Damm braucht es eine neue S-Bahn-Haltestelle.

Auch der Wirtschaftsverkehr – die Anlieferung von Waren und die Mobilität verschiedener handwerkliche Betriebe, die auf Kraftfahrzeuge angewiesen sind – profitieren von einer konsequenten Mobilitätswende ohne Stau auf den Straßen. Wie beim Bau des Fahrradweges am Tempelhofer Damm werden wir auch zukünftig dort, wo es notwendig ist, Ladezonen für Lieferfahrzeuge einrichten. Dabei unterstützen wir auch den Umstieg auf E-Fahrzeuge, bauen Ladepunkte aus, verbessern Park&Ride dort, wo es sinnvoll ist, und schaffen klare Lieferzonen in Geschäftsstraßen. Das entlastet Gehwege, hält Radwege frei und macht Lieferverkehr planbarer.

GRÜNE POLITIK, DIE IM KIEZ ANKOMMT

Wir Bündnisgrünen zeigen: Klima, Natur und Verkehr sind keine getrennten Baustellen. Sie gehören zusammen, weil unser Alltag zusammengehört. Hitzeschutz ist Gesundheitsschutz. Bäume sind Kühlung und Luftfilter. Sichere Radwege und gute Wege zu Fuß sind Klimaschutz und Schutz vor Unfällen zugleich und machen auch denen das Leben einfacher, die mit dem Auto fahren und keine Angst vor Unfällen mit Fahrrädern und Fußgänger*innen haben müssen. Und öffentliche Freiräume wie das Tempelhofer Feld sind der Ort, an dem Stadt lebenswert bleibt.

Wir Bündnisgrünen haben geliefert: mit Klimaanpassungskonzept, mit neuen Straßenbäumen, mit einem gesicherten Volkspark Lichtenrade, mit Entsiegelung und Versickerung, mit neuen Radachsen, mit über 1.000 Fahrradstellplätzen, mit Schulwegsicherheit an neun Schulen und mit einer faireren Verteilung des Straßenraums durch sichere Geh- und Radwege, Parkzonen und Entsiegelungen.

Nach dem Vorbild anderer Bezirke wollen wir die Gründung eines bezirklichen Klima-Beirats voranbringen. Der Klima-Beirat ist ein unabhängiges Gremium aus Vertreter*innen von Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Verwaltung sowie des Kinder- und Jugendparlaments. Er berät den Bezirk bei der Planung und Umsetzung von Klimaanpassungs- und Klimaschutzmaßnahmen. Aufbauend auf dem Klimaanpassungskonzept werden wir ein integriertes Klimaschutzkonzept entwickeln, das die notwendigen Maßnahmen für ein klimaneutrales Tempelhof-Schöneberg bis 2040 aufzeigt.

Davon unterstützt, werden wir in den nächsten fünf Jahren weiterhin dafür sorgen, dass der Bezirk abkühlt, statt sich aufzuheizen. Wir ordnen den Verkehr, statt Konflikte laufen zu lassen. Und wir schützen Freiräume, statt sie Stück für Stück zu verlieren. Unser Grüner Bezirk ist kein Fernziel. Er ist eine Entscheidung von den Menschen, die hier leben – jeden Tag, hier vor Ort.