Symbolische Umbenennung des Platzes mit Regenbogenfahnen und Menschen

Für einen Marsha P. Johnson-Platz im Regenbogenkiez!

Der Regenbogenkiez am Nollendorfplatz ist seit über 100 Jahren ein Schmelztiegel queerer Bewegung und Emanzipationsgeschichte mit einer Ausstrahlung weit über Berlin hinaus. Er ist ein Ort der Begegnung, Vernetzung und des Feierns queeren Lebens, ein Safe Space, aber zugleich auch ein Raum zunehmender Gentrifizierung und Übergriffe auf LSBTIQ*.

Wir möchten, dass dieser Kiez mit seiner Geschichte, seinem queeren Aktivismus und seiner queeren Kultur angemessen und öffentlich sichtbar gewürdigt wird. Gerade in Zeiten, wo die Rechte von LSBTIQ* europaweit wieder unter Beschuss geraten und auch die Gewalt gegen LSBTIQ* in Berlin steigt, ist es notwendig, queeres Leben und queere Geschichte öffentlich präsent zu machen. Ganz im Sinne von Queer Nation: We’re here, we’re queer – get used to it!

Wir fordern daher:

Symbolische Umbenennung des Platzes mit Schild und Regenbogenfahne
  • Aus dem Spielplatz Eisenacher-/Fuggerstraße soll ein Bürger*innenplatz für die Anwohner*innen und Gäste des Regenbogenkiezes werden, der nach einer queeren Persönlichkeit benannt wird. Wir schlagen dafür die trans Aktivistin, Dragqueen und Sexarbeiterin Marsha P. Johnson vor, Frontkämpferin der Stonewall Riots. Damit möchten wir den oft – auch in der queeren Community – vergessenen Beitrag von Schwarzen LSBTIQ* und LSBTIQ* of Color im Kampf für Menschenrechte würdigen.

  • Unter Einbezug des Schwulen Museums, des Jugendmuseums Tempelhof-Schöneberg, lokalen queeren Initiativen, den Gewerbetreibenden und Anwohner*innen soll vom Bezirk eine dezentrale, öffentliche Ausstellung über die Geschichte des Kiezes erarbeitet und auf dem neuen Bürger*innenplatz realisiert werden. Damit verbunden soll ein Konzept für Kiezführungen, kulturelle Veranstaltungen und pädagogische Arbeit entwickelt werden, das von Kultur- und Jugendamt getragen wird.

Wir sind sicher: Mit einer Rückgewinnung des Platzes für bürgerschaftliches Engagement wird nicht nur die historische und aktuelle Bedeutung des Kiezes für die queere Community in all ihrer Vielfalt gewürdigt, sondern auch ein wertvoller präventiver Beitrag für den Regenbogenkiez geleistet.

Sebastian Walter, Mitglied des Abgeordnetenhauses und Sprecher für Queerpolitik

Bertram von Boxberg, Mitglied der BVV Tempelhof-Schöneberg

Tatjana Meyer, Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft QueerGrün

Am vergangenen Samstag, 18. Juli 2020, wurde von uns bereits eine symbolische Platzbenennung des Spielplatzes Eisenacher-/Ecke Fuggerstraße vorgenommen. Ein entsprechender Antrag soll nach der Sommerpause in der BVV-Fraktion eingebracht werden.

 

 

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